neue energie: Wie beurteilen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Energiepolitik?
Marielena Bloh: Aktuell haben die Erneuerbaren Energien in Deutschland in verschiedener Hinsicht deutlich mehr Aufwind als in den vergangenen Jahren. Nun müssen wir aber auf Kurs bleiben und nicht wieder zurückrudern, also nicht auf Energien setzen, die uns abhängig von Gasexporteuren machen. Statt Milliarden an Steuergeldern in neue Gaskraftwerke zu stecken, wäre dieses Geld besser in Speichersystemen investiert.
ne: Was erwarten Sie für das energiepolitische Jahr 2026?
Bloh: Genehmigungserleichterungen werden größtenteils gut umgesetzt, nützen allerdings nichts ohne Zuschlag und Netzanschluss. Hier hoffen wir auf eine Anhebung des Ausschreibungsvolumens und eine Zulassungspflicht zur Überbauung von Netzanschlusspunkten.
ne: Und welchen Wunschzettel haben Sie für die politische Weichenstellung, um den Ausbau der Erneuerbaren weiter voranzutreiben?
Bloh: Die Umsetzung der Genehmigung muss machbar bleiben. Hier wären einheitliche Regelungen zumindest auf Landesebene wünschenswert, damit nicht jede Region das Rad neu erfinden muss und sich Planer und Projektierer auf einheitliche Anforderungen in Antrag und Umsetzung einstellen können. Und eine schnelle Entscheidung wie es mit der EEG-Vergütung weitergeht, würde die notwendige Sicherheit für die Branche gewährleisten.
