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neue energie geehrt

Ulrich Mertens erhält AEE-Journalistenpreis

Jürgen Heup, 18.10.13
Für „Giganten der Lüfte“, Bild des Monats in der diesjährigen Februarausgabe von neue energie, wurde der Hamburger Fotograf Ulrich Mertens mit dem Journalistenpreis „unendlich viel energie“ in der Kategorie Foto ausgezeichnet. Die Aufnahme sei außerordentlich spannungsvoll komponiert und rege die Phantasie des Betrachters an, so das Urteil der Jury. „Ulrich Mertens gehört zum kleinen erlesenen Kreis jener Fotografen, die den historisch bedeutungsvollen Prozess der Transformation unserer Energieversorgung mit ihrer Kamera, kundigem Blick und viel Kreativität begleiten. Seine Leistung ist die eines Künstlers - und ist zugleich höchst politisch. Das Team von neue energie gratuliert Ulrich Mertens zu dieser wohlverdienten Auszeichnung", sagt Chefredakteur Jörg-Rainer Zimmermann.

Der Journalistenpreis der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) wird seit 2006 an die besten Medienbeiträge über erneuerbare Energien verliehen. Fünf Preisträger durften sich am 17. Oktober bei der Preisverleihung in Berlin über ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro freuen.

Seine prämierte Aufnahme schoss Mertens im Februar, als in Tholey im Saarland eine 2,5-MW-Vensys-Anlage errichtet wurde: „Es war früh am Morgen, null Grad kalt, Regen und Schnee brachte die Monteure bis an ihre Grenzen der Belastbarkeit“, erinnert sich Mertens an die Szene. „Als der Kran den zig tonnenschweren Rotorblattstern hob, um an der Gondel anzudocken, klarte das Wetter für einen kurzen Moment auf und präsentierte einen strahlend blauen Himmel über der Windkraftanlage.“

Diesen Moment konnte Mertens festhalten. So bietet sich eine bedrohliche und zugleich faszinierende Szene: Über dem Betrachter sind die gigantischen Rotorblätter zu sehen, fern oben aus der schneeweißen Gondel der Windkraftanlage lugt eine Monteurin und beobachtet den Ablauf. Das Foto hinterlasse ein Gefühl der Hochachtung für die Einheit von Technik und Mensch, so die Jury. Mertens, der seit 1997 Windkraftanlagen und den Wandel der Kulturlandschaft fotografiert, blieb nicht viel Zeit bei diesem Fotojob in Tholey. Kurz nach der Szene habe eine Böe den Stern erfasst. „Die Monteure, die die Blätter an Seilen festhielten, riefen nach mir, ich müsse dringend mit Hand anlegen.“

 

Giganten der Lüfte: Ulrich Mertens´ Sieger-Foto des diesjährigen AEE-Journalistenpreises.

 

Dass das Portraitieren von Windkraftanlagen kein einfacher Job ist, dokumentierte Mertens auch bei der Preisverleihung. Er nahm im Klettergurt den Preis entgegen. Windkraftfotografen benötigen für den Einsatz auf On- und Offshore-Turbinen eigens Sicherheitslehrgänge, eine persönliche Schutzausrüstung und medizinische Tauglichkeitsuntersuchungen. „Das allein kostet schon über 3500 Euro“, merkt Mertens an. Derzeit arbeitet er am Projekt „Gute Aussichten, Deutsche Landschaften zwischen Himmel und Erde“. Darin dokumentiert er den Wandel der Kulturlandschaft durch die Energiewende. Eine Doku, die das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn in sein Archiv übernimmt.

In der Kategorie Print wurde Benjamin von Brackels Beitrag „Auf in die letzte Schlacht“ in der Wochenzeitung der Freitag mit dem AEE-Journalistenpreis ausgezeichnet. Von Brackel ließ in seiner Reportage die Geschichte der deutschen Energiewende Revue passieren, indem er die Erfinder des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit der aktuellen energiepolitischen Debatte um die Zukunft des EEG verwob.

Der Fernsehpreis ging an Michael Houben für seinen Beitrag „markt-Scanner: Teurer Strom“, der im Dezember 2012 in der Sendung „markt“ im WDR ausgestrahlt wurde. Der Beitrag widme sich den technisch komplexen Themen wie Stromnetze, Strompreise und Versorgungssicherheit, erkläre sie dennoch verständlich und räume mit dem Vorurteil auf, dass erneuerbare Energien den Strom teuer  machten, so die Jury.

In der Kategorie „Hörfunk“ gewann Stefan Schmid mit seinen im Bayerischen Rundfunk gesendeten Beitrag „Irgendwo muss der Strom ja herkommen“. Sein Beitrag, der den mühsamen Rückbau eines Kernkraftwerkes den Schwierigkeiten einer Stromwende-Mustergemeinde beim Aufbau einer dezentralen Energieversorgung gegenüberstellt, überzeugte die Jury.

Den Sonderpreis für die beste lokale Berichterstattung erhielt Daniela Greschke für ihren Beitrag „Kaff mit Zukunft“, der beim Lokalsender ITV Coburg ausgestrahlt wurde. Greschke beschreibt darin, wie die Bewohner des nordfränkische Bioenergiedorfs Effelter  Schritt für Schritt erneuerbare Energien sowie ein Nahwärmenetz für sich nutzbar machen.

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