Anzeige
Pilotausschreibungen

Vergütung für PV-Freiflächenanlagen sinkt weiter

Clemens Weiß – energiezukunft.eu / Isaac Bah, 09.08.16
In der fünften Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist der Preis erneut gesunken. 25 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 130 Megawatt wurden bezuschlagt, der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 7,23 Cent je Kilowattstunde.

„Das Preisniveau in der fünften Ausschreibungsrunde ist trotz einer geringeren Anzahl an Geboten erneut leicht gesunken“, teilte Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann bei der Bekanntgabe der Ergebnisse mit. In der fünften Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen wurden die Zuschläge wie schon in der ersten und vierten Runde im so genannten Gebotspreisverfahren („pay as bid“) ermittelt. Dabei erhielten die erfolgreichen Bieter den Zuschlag in der von ihnen gebotenen Förderhöhe.

In der zweiten und dritten Runde der Pilotausschreibungen hatte die für die Durchführung verantwortliche Bundesnetzagentur (BNetzA) als alternative Methode das so genannte Einheitspreisverfahren getestet („uniform pricing“), bei dem zwar wie beim Gebotspreisverfahren die niedrigsten Gebote den Zuschlag erhalten, am Ende jedoch der Förderbetrag für alle erfolgreichen Teilnehmer der gleiche ist. Die Höhe der Förderung entspricht dabei dem höchsten Gebot, das noch einen Zuschlag erhalten hat.

Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, lag der durchschnittliche Zuschlagswert nun bei 7,23 Cent je Kilowattstunde (kWh). Der höchste Gebotswert, der noch einen Zuschlag erhalten konnte, lag unter acht Cent/kWh. Im Vergleich zu den vorherigen Ausschreibungsrunden ist der Wert damit erneut gesunken. In der vierten Runde lag er bei 7,41 Cent/kWh, in der dritten Runde bei acht Cent. In der ersten und zweiten Ausschreibungsrunde lagen die Werte noch bei 9,17 bzw. 8,49 Cent/kWh.

Kaum Bürgerenergie-Akteure beteiligt

Zudem war die fünfte Ausschreibungsrunde nach Angaben der BNetzA erneut deutlich überzeichnet. 62 Gebote mit einer Gesamtleistung von 311 Megawatt gingen demnach bei der BNetzA ein, 25 erhielten bei einem Gesamtvolumen von 130 Megawatt einen Zuschlag. Bis zum 24. August haben die erfolgreichen Bieter nun Zeit, die Zweitsicherheit für ihre Projekte zu hinterlegen. Diese richtet sich nach der Größe des bezuschlagten Projekts und entspricht 50 Euro pro Kilowatt.

Unter den 25 erfolgreichen Bietern befinden sich zwei Aktiengesellschaften, sechs GmbHs und 17 GmbH & Co. KGs. Ob eine Bürgerenergiegesellschaft darunter ist, ist noch nicht bekannt, scheint aber unwahrscheinlich. In den bisherigen Ausschreibungsrunden hatte sich gezeigt, dass das Verfahren für kleine Akteure zu viele Risiken und Unsicherheiten birgt und sich gerade Bürgerenergie-Akteure davon fernhalten.

Fragen wirft auch die bislang geringe Realisierungsquote von Projekten auf, die in früheren Ausschreibungsrunden den Zuschlag erhalten hatten. Wie Energiestaatssekretär Rainer Baake im Namen der Bundesregierung auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms (Grüne) mitteilte, seien bis Ende Juli 2016 lediglich 25 Prozent der bezuschlagten PV-Anlagen aus der ersten Ausschreibungsrunde vom April vergangenen Jahres umgesetzt worden, die Realisierungsquote von Projekten aus der zweiten Runde vom August 2015 liege bei 27 Prozent. Eine Prognose zur Realisierungsrate innerhalb der Umsetzungsfrist von 24 Monaten sei noch nicht möglich. „Es ist davon auszugehen, dass viele Projekte erst zum Ende der Realisierungsfrist in Betrieb genommen werden“, so Baake.

Clemens Weiß – energiezukunft.eu

Kommentare (0)

Kommentar verfassen»

Kommentar verfassen