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Studie

PV-Investitionen in Indien bergen Risiken

Katja Dombrowski, 31.07.18
Der Photovoltaikmarkt in Indien boomt. Klimatische Bedingungen und hoher Preisdruck haben jedoch starke Auswirkungen auf Leistung und Qualität der Anlagen, warnt eine Studie.

Indien bietet einen boomenden Photovoltaikmarkt, birgt jedoch eine Reihe von Risiken. Investoren und Projektentwickler sollten daher besonders auf gute Anlagenkomponenten, fachliches Know-How der Beteiligten und die richtige Wartung achten. Zu dem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie des Photovoltaik-Instituts Berlin (PI Berlin) im Auftrag der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Untersucht wurden sechs Photovoltaik-Projekte an Standorten mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen sowie den wichtigsten in Indien verwendeten PV-Technologien. Bei allen Anlagen wurden Defekte und Ausfälle registriert, die sich zum Teil auf die Leistung auswirkten.

Einen besonderen Risikofaktor sehen die Autoren der Studie in den klimatischen Bedingungen: „In den meisten Regionen der Welt sind PV-Projekte in erster Linie von einigen klimatischen Stressfaktoren wie etwa Salz in der Luft, hoher UV-Strahlung, hoher Luftfeuchtigkeit, Hitze, Sand oder starken Winden betroffen. Aber in mehreren Bereichen Indiens sind PV-Projekte oft mit einer Kombination dieser Faktoren konfrontiert“, erklärt Asier Ukar vom PI Berlin. Daher sei es wichtig, die Planung von Anfang an an die regionalen Bedingungen anzupassen.

Der hohe Preisdruck führe aber auch dazu, dass mangelhafte Komponenten verbaut würden. So fanden die Berliner beispielsweise bei mehreren Anlagen fehlerhafte elektrische Verbindungen und Verschleißerscheinungen bei Verbundmaterialien. An allen Standorten kamen den Angaben zufolge zudem Risse in den Modulzellen vor. Ein weiteres Problem stellten Unklarheiten in den Verträgen zwischen Anlagenbauer und Betreiber dar.

Indien will seine Solarkapazität bis 2022 von aktuell rund 20 auf 100 Gigawatt erhöhen. Nach Angaben der Deutsch-Indischen Handelskammer betrugen die deutschen Investitionen in Indien von April 2016 bis März 2017 rund eine Milliarde US-Dollar.

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