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E-Mobilität

Wasserstoff statt Kerosin und Diesel

Astrid Dähn, 05.10.16
Ob mit Flugzeug oder Bahn – reisen könnte bald umweltfreundlicher werden: Am Stuttgarter Flughafen hat vor kurzem das erste viersitzige Passagierflugzeug der Welt seinen Jungfernflug absolviert, das mit Wasserstoff statt mit fossilem Treibstoff betankt wird. Auch die Bahn will demnächst wasserstoffbetriebene Züge im norddeutschen Regionalverkehr testen.

Das Wasserstoff-Flugzeug HY4 ist eine Gemeinschaftsentwicklung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Universität Ulm und verschiedener Industriepartner. Die Maschine besteht aus zwei Kabinen mit jeweils zwei Sitzplätzen, die über den Flügel fest miteinander verbunden sind. Kernstück ihres Antriebs ist eine Niedertemperatur-Brennstoffzelle. Sie wandelt die chemische Energie des Wasserstoffs in Strom, der über einen Elektromotor den Propeller des Flugzeugs antreibt. Während der Startphase und bei Steigflügen liefert eine Lithium-Ionen-Batterie zusätzliche elektrische Energie.

Je nach Reisetempo, Flughöhe und Ladegewicht kann das HY4 mit einer Tankfüllung zwischen 750 und 1500 Kilometer zurücklegen, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 Kilometern pro Stunde, der Motor hat eine Leistung von 80 Kilowatt. Noch befindet sich die Maschine in der Testphase. Kleine Passagierflugzeuge wie das HY4 könnten aber bald im Regionalverkehr als „Electric-Air-Taxis“ eingesetzt werden, sagt Josef Kallo, Leiter des Projekts beim DLR.

Rußfrei zur Arbeit pendeln

Bei der Umstellung des Bahnverkehrs auf Wasserstoff ist man schon weiter: Der französische Triebwagen-Hersteller Alstom hat unlängst auf der Bahntechnikmesse Innotrans den ersten in Großserie produzierbaren Personenzug vorgestellt, der mit Wasserstoff und Brennstoffzellenantrieb über die Schienen rollt. Der „Coradia iLint“ hat eine Reichweite von 600 bis 800 Kilometern. Mit acht Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert, sollen zwei Prototypen des Wasserstoffzugs bereits im kommenden Jahr probeweise zwischen Bremerhaven, Buxtehude und Cuxhaven pendeln.

Bewährt sich die Technik, werden 2020 insgesamt 14 solcher Bahnen im niedersächsischen Regionalstreckennetz ihren Dienst tun. Nach Angaben von Alstom interessieren sich auch andere Bundesländer für den neuen Schienentransporter, darunter Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Den Wasserstoff für die Züge will Alstom zunächst von Chemieanlagen beziehen, wo er ansonsten als Abfallprodukt ungenutzt verbrannt würde. Mittelfristig könnte der Treibstoff dann mit überschüssigem Windstrom per Elektrolyse erzeugt werden, so der Plan des niedersächsischen Verkehrsministeriums.

 

Kommentare (1)

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  • 31.12.16 - 13:48, Max Mila

    In der Atmosphäre gibt es keinen Wasserstoff. - Warum? Weil Wasserstoff das leichteste Element ist und die Anziehungskraft der Erde nicht reicht um ihn zu halten. (Stichwort Fluchtgeschwindigkeit)
    Jedes Molekül, dass aus einer Leitung entweicht ist für die Menschheit verloren. Für immer!
    Ja Wasserstoff ist eine saubere Energie. Damit lässt sich die Erde ganz sauber austrocknen.
    Wenn erst einmal Millionen unserer zwanzig Jahre alten Wasserstoffautos zur Weiterbenutzung nach Afrika verschifft werden, dann machen wir uns unser „Oblivion“ selbst.
    Der Einfluss der Menschen ist nicht so groß, um die Natur damit zu beeinflussen? - Dachte der Eisbär und brach durch die Scholle.
    Liebe Wissenschaftler: Rechnet doch bitte aus, wie die Kubikkilometer Wasser jährlich in den Weltraum verschwinden würden, wenn wir komplett auf H2 umgestellt hätten und davon „nur“ 10% durch Lecks verloren gingen.

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