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Toyota Prius Plug-in-Hybrid

Spannung auf kurzer Strecke

Jan Wilms, 11.03.13
Der Toyota Prius Plug-in-Hybrid hat einen Stecker: Das ermöglicht rein elektrische Stadtfahrten – ein ökologischer Fortschritt, aber kein ökonomischer.

Wer die zähe Entwicklung der Elektromobilität und den mageren Absatz alternativer Autos betrachtet, der könnte leicht vergessen, dass Pkw mit Hybridantrieb bereits seit 1997 angeboten werden. Als weltweit erstes und mit 2,8 Millionen Exemplaren meistverkauftes Hybridmodell gebührt dem Toyota Prius deshalb Legendenstatus.

Seit 2009 gibt es den Prius in dritter Generation bei uns, dazu seit 2011 den siebensitzigen Van Prius+. Seit Oktober steht auch der Prius Plug-in-Hybrid beim Händler, das bislang konsequenteste Derivat. Er soll mit Stromstecker und einer größeren elektrischen Reichweite von rund 25 Kilometern den Nutzerprofilen der meisten Autofahrer entsprechen: Diese pendeln zu 80 Prozent in Kurzstrecken um Wohnort oder Arbeitsstätte – solche Fahrten kann das Benzin-Elektrofahrzeug mit Steckerschnittstelle nun vollständig abgasfrei leisten.

Zwei Motoren unter einer Haube

Technisch verfügt der Prius Plug-in-Hybrid wie ein klassischer Vollhybrid über ein duales System aus einem 1,8-Liter-Benzin- und einem Elektromotor. Die Systemleistung liegt laut Hersteller bei 100 Kilowatt (kW), also 136 PS, und der Verbrauch laut ADAC bei durchschnittlich 3,6 Litern Kraftstoff und 8,6 Kilowattstunden (kWh) Strom auf 100 Kilometer.

Der Unterschied zum Vollhybrid: Die Stecker-Variante muss ihre Energie nicht mehr ausschließlich aus fossilen Kraftstoffen tanken, sondern kann auch Strom laden. 90 Minuten benötigt sie an der 230-Volt-Haushaltssteckdose, eine Schnellladung ist noch nicht möglich. Nach dem größeren Opel Ampera (neue energie 9/2011) ist Toyota der zweite Autohersteller mit einem solchen Konzept.

..., leider aber teurer

Außer durch einen zusätzlichen Deckel für das Ladekabel am hinteren rechten Kotflügel unterscheidet sich der Plug-in optisch kaum von seinen Geschwistern. Mit einem Preis von 36 200 Euro kostet er allerdings rund 8600 Euro mehr als die Basisvariante.

Im Fahrbetrieb bietet der Prius Plug-in drei per Tastendruck in der Mittelkonsole wählbare Fahrmodi – sie programmieren den Einsatz des Elektromotors. Im EV-Modus rollt das Auto zunächst elektrisch lautlos vom Hof. Tritt der Fahrer das rechte Pedal lediglich sanft, kann er lokal emissionsfrei fahren. Bei zügigen Ampelstarts oder Überholmanövern schaltet sich der Benziner zu – hörbar und leicht vibrierend, aber nicht störend.

Im EV-City-Modus ist der Spielraum für den Elektromotor größer, der Verbrenner greift nur ein, wenn das Gaspedal ganz durchgetreten wird. So können Stadtstrecken bis 25 Kilometer Länge mit bis zu 80 Stundenkilometern elektrisch bestritten werden, allerdings fährt sich der Prius dann nur wenig spritzig.

 

 

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