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Elektromobilität

Forscher wollen Reichweite verdoppeln

Joschua Katz - energiezukunft.eu, 16.03.16
Ein Forschungskonsortium arbeitet an einer neuen Generation von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge. Sie sollen nicht nur kompakter, preiswerter und langlebiger sein, sondern auch eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern ermöglichen.

Bisher sprechen für viele Verbraucher zwei wesentliche Gründe gegen die Anschaffung eines Elektroautos: Die Reichweite ist zu gering und die Anschaffungskosten sind zu hoch. Das versuchen Experten mit dem Projekt EMBATT nun zu ändern. Die drei Projektpartner ThyssenKrupp System Engineering, IAV (Ingenieursgesellschaft Auto und Verkehr) und Fraunhofer IKTS (Institut für Keramische Technologien und Systeme) wollen mit neuen Batteriezellen für E-Autos eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern realisieren. Mithilfe von Leichtbaugehäusen und intelligenter Systemarchitektur sollen Kosten, Leistung und Lebensdauer optimiert werden.

„Produktionsforschung leistet einen entscheidenden Beitrag, wenn es darum geht, intelligente Batteriekonzepte von der Idee bis in die Industrialisierung zu überführen“, sagt Bernd Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung von ThyssenKrupp System Engineering. So sollen Lithium-basierte Hochleistungsbatterien entwickelt werden, die direkt in das Chassis eines E-Autos integriert werden können. Damit besteht der Stromspeicher nicht mehr wie bisher aus vielen kleinen einzelnen Zellen, sondern aus einer kompakten und besonders leistungsfähigen Batterie.

Gesteigerte Energiedichte bei geringeren Kosten

Die Batterie der Premium-Elektrolimousine Model S von Tesla besitzt eine geschätzte Energiedichte von 220 bis 250 Wattstunden pro Liter und erzielt damit eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Das Forschungskonsortium möchte diesen Wert jedoch deutlich überbieten. Mit dem neuen deutlich kompakteren Batteriekonzept soll ein Energievolumen von 450 Wattstunden pro Liter erreicht werden. Das würde eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern ermöglichen.

Auch die Kosten wollen die drei Projektpartner senken, die unterschiedliche Kompetenzen einbringen. „Durch diese erfolgversprechende Verbindung von Werkstoff- und Technologie-Know-how der Kooperationspartner sollen die Systemkosten von Lithium-Ionen-Batterien auf 200 Euro pro Kilowattstunde reduziert werden“, so Mareike Wolter, Gruppenleiterin Mobile Energiespeichersysteme am Fraunhofer IKTS.

Insgesamt wird das Entwicklungsprojekt über einen Zeitraum von drei Jahren laufen und durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie durch den Freistaat Sachsen unterstützt. Ziel der Partner ist es, am Ende des Forschungsprojekts die neue Generation von Lithium-Ionen-Batterien soweit zu entwickeln, dass diese im großen Maßstab für den Einsatz in Elektroautos produziert werden können.

Joschua Katz – energiezukunft.eu


Kommentare (1)

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  • 28.12.16 - 12:08, Frank Lohmann

    Zwei Fragen stelle ich mir beim Lesen dieses Berichtes:
    1. Warum ist es für die großen Player (immer) so leicht die Fördertöpfe abzuschöpfen? Stecken doch gesunde Konzerne dahinter, welche hinterher die Gewinne üppig an Ihre Aktionäre ausschütten.
    2. Warum ist das "Münster Electrochemical Energy Technology" ((MEET) ist das Batterieforschungszentrum der Universität Münster) nicht beteiligt? Da werden viele Millionen Steuergelder investiert.
    "Hier arbeitet ein internationales Team aus rund 150 Wissenschaftlern in der Forschung und Entwicklung innovativer elektrochemischer Energiespeicher mit höherer Energiedichte, längerer Haltbarkeit und maximaler Sicherheit. Ziel ist, die Batterie für den Einsatz in Elektroautos und stationären Energiespeicher-Systemen zu verbessern – und das zu möglichst geringen Kosten. Damit will MEET dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit seiner Partner regional und überregional in der Batterieforschung – speziell der Lithium-Ionen-Technologie – weiter zu steigern."
    Viele kleine Unternehmen mit guten Ideen müssen alles offenlegen und bekommen dann keine Gelder, da z.B. der nachzuweisende Eigenanteil nicht aufgebracht werden kann.
    Die Gutachter von Fraunhofer, FZ Jülich und Co. wissen dann aber bestens Bescheid.

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