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EU-Studie

E-Mobilität als Chance für den Klimaschutz

Joschua Katz - energiezukunft.eu, 27.09.16
Der Ausstoß von CO2-Emissionen und Luftschadstoffen könnte in der EU durch mehr Elektrofahrzeuge deutlich reduziert werden – das zeigt eine aktuelle Studie. Dafür müsste der nötige Strom allerdings aus erneuerbaren Energien stammen.

Europas CO2-Emissionen im Personenstraßenverkehr könnten bis 2050 um 84 Prozent sinken, zeigt eine von der Europäischen Umweltagentur in Auftrag gegebene Studie. Dafür müsste allerdings der Anteil der Elektromobilität in diesem Bereich auf 80 Prozent steigen und der Strom für den Betrieb überwiegend aus erneuerbaren Energien stammen. „Insgesamt kann die Elektromobilität eine wichtige Rolle beim Klimaschutz im Verkehrssektor spielen“, sagt Peter Kasten, Projektleiter am beteiligten Öko-Institut. Gleichzeitig seien aber auch weitere Maßnahmen nötig, die Straßenlärm und Staus verringern sowie die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. „Dafür braucht es eine systematische Transformation hin zu einem nachhaltigen Verkehrssystem, das auch den öffentlichen Nahverkehr berücksichtigt und Verkehr insgesamt vermeidet“, so Kasten.

Stromverbrauch steigt

Die Forscher des Öko-Instituts und des privaten Forschungsunternehmens Transport & Mobility Leuven haben in zwei unterschiedlichen Szenarien die Klimaschutz-Potenziale durch Elektrofahrzeuge analysiert. In ganz Europa werden E-Mobile demnach zukünftig die notwendigen Kapazitäten zur Stromerzeugung und damit auch die Belastung der Stromnetze beeinflussen, da sie hohe zusätzliche Strommengen benötigen werden. Bereits 2030 könnte die gesamte Elektromobilität einen Anteil von vier bis fünf Prozent am europäischen Stromverbrauch ausmachen – 2050 dann schon knapp zehn Prozent.

„Unsere Analysen zeigen, dass jedes EU-Land andere Voraussetzungen für eine klimafreundliche Elektromobilität hat“, erläutert Joß Bracker, Klimaschutzexperte am Öko-Institut und Studienautor. Dabei sei entscheidend, welchen Anteil die erneuerbaren Energien am Strommix hätten und wie robust das Stromnetz sei. „Denn ein Mehr an stark schwankenden Mengen erneuerbaren Stroms braucht in erster Linie ein leistungsfähiges Netz“, so Bracker weiter.

E-Mobilität heißt nicht automatisch Klimaschutz

Laut den Wissenschaftlern würde der zusätzliche Strombedarf in Europa im Jahr 2030 rund 138 Terrawattstunden betragen. Durch die Nutzung konventioneller Kraftwerke würden damit die CO2-Emissionen im Stromsektor um 18 Millionen Tonnen steigen. Vor allem in Ländern mit einem besonders hohen Anteil von Kohlestrom schrumpfe so der Umweltvorteil der Elektrofahrzeuge zusammen.

Damit E-Mobilität eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen kann, müsste der Strombedarf überwiegend aus Erneuerbaren gedeckt werden. Der zusätzliche Bedarf an Erzeugungskapazitäten wird von den Wissenschaftlern bis 2050 mit rund 150 Gigawatt (GW) beziffert. Um mindestens die Hälfte des benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien abzudecken, müssten mindestens 47 GW Wind- und 25 GW Solarenergie hinzugebaut werden. Und um komplett klimafreundlich unterwegs zu sein, sind laut Öko-Institut „noch wesentlich größere Investitionen in Wind und Solarstrom-Anlagen notwendig“.

Joschua Katz – energiezukunft.eu

 

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