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Studie zu E-Autos

China startet durch

Clemens Weiß – energiezukunft.eu, 29.01.16
China hat die USA als größten Markt für Elektroautos abgelöst. Im Reich der Mitte wurden 2015 mit 188.000 Fahrzeugen dreimal mehr E-Autos verkauft als im Jahr zuvor, die USA landeten auf Platz zwei. In Europa liegt Großbritannien vorne.

Laut einer aktuellen Analyse des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach wurden 2015 in China insgesamt 188.000 Elektroautos und Plug-In-Hybride zugelassen. „Damit ist China mit deutlichem Abstand vor den USA neuer Leitmarkt für Elektromobilität“, so das an der Fachhochschule der Wirtschaft angesiedelte Institut. In den USA sind demnach die Zulassungen um drei Prozent auf 115.000 Fahrzeuge gefallen. Zwar legten dort die reinen Elektroautos um 14 Prozent zu, bei den Plug-In-Hybriden ging die Zahl jedoch um 22 Prozent zurück. Mit einem Absatz von 28.000 Fahrzeugen und einem Plus von 70 Prozent war Großbritannien der größte Absatzmarkt in Europa.

Deutschland lag laut der CAM-Studie mit 23.500 im Jahr 2015 zugelassenen Fahrzeugen auf Platz sechs, noch hinter Frankreich (27.000) und Norwegen (25.000). Zwar sind damit auch hierzulande die Neuzulassungen um 80 Prozent gestiegen, vom Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen, ist man jedoch immer noch weit entfernt. Immerhin wurden in Deutschland mehr reine Elektroautos (12.363) als Plug-In-Hybride zugelassen (11.101), wie aus den neuen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht.

Deutsche Hersteller spielen bislang kaum eine Rolle

Auch das Ziel der Bundesregierung, Deutschland zum internationalen Leitmarkt für E-Autos zu entwickeln, ist bislang nicht in Ansätzen erreicht. Auf dem größten Markt in China spielen deutsche Hersteller ohnehin kaum eine Rolle, es dominieren klar die chinesischen Anbieter. In China funktionieren offenbar die finanziellen Anreize beim E-Autokauf, zudem werden aufgrund der enormen Feinstaubbelastungen in Großstädten Elektroautos bevorzugt zugelassen.

Um doch noch mehr Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen, denkt die Bundesregierung derzeit über eine verstärkte Förderung nach. So könnte es neue Kaufanreize und bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen geben. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den zuständigen Ministerien und dem Kanzleramt, berät bereits mit den Koalitionsfraktionen über entsprechende Maßnahmen. Am 2. Februar will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dann mit den Chefs der deutschen Autokonzerne treffen.

Diese will die SPD-Fraktion im Bundestag stärker in die Pflicht nehmen. In einem Positionspapier spricht sie sich zwar für Fördermaßnahmen aus, stellt jedoch auch klar: „Wenn es um die Förderung der Elektromobilität geht, ist in erster Linie die Automobilindustrie gefragt. Sie muss attraktive Konditionen für Käufer von Elektrofahrzeugen anbieten, Fahrzeuge mit größerer Reichweite und kürzeren Ladezeiten entwickeln und einen Beitrag beim Ausbau der Ladeinfrastruktur leisten.“

Clemens Weiß – energiezukunft.eu

 

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