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Studie

Besseres Klima durch Öko-Kraftwerke

Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

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Solarpark in der chinesischen Kubuqi-Wüste

Margit Hildebrandt, 13.09.18
Wind- und Solarparks in Wüsten könnten zu höheren Temperaturen sowie mehr Regen führen und Pflanzen besser wachsen lassen. Wird die Sahara in Zukunft grün?

Es gilt als weitestgehend unumstritten, dass ausgedehnte Wind- und Solarparks in trockenen Erdregionen das regionale Klima verändern. Forscher der Universität Maryland haben nun in einer Modellstudie erstmals den Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen und dessen Rückkopplung auf das Klima einbezogen. Die in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie beschreibt, wie großflächig angelegte Solarparks und Windfarmen in der gesamten Sahara und der angrenzenden Sahelzone die Struktur der Landoberfläche und dadurch das Klima im Umkreis der Farmen formen.

Die Rotoren der Windkraftanlagen durchmischen verstärkt die Luft und führen dazu, dass wärmere Luft aus höheren Schichten in tiefere gelangt. Gleichzeitig wird durch erhöhte Oberflächenreibung der Wind abgebremst. Solarparks reduzieren vor allem die Albedo, die Reflexion der auf der Erdoberfläche einfallenden Lichtstrahlung. Durch diese Prozesse käme es in der Sahara besonders nachts zu einem deutlichen Anstieg in der Oberflächentemperatur. Die entstehenden größeren Luftdruckunterschiede in der Atmosphäre würden Niederschläge erhöhen.

Sonderfall Wüste

Wärmere Luft und vermehrter Regen zusammen genommen ließe nun Pflanzen besser wachsen. Durch eine dichtere Pflanzendecke verdunstet mehr Wasser, sorgt so für mehr Wolken und erhöht damit weiter die Regenwahrscheinlichkeit. Durch diese Art Selbstverstärkungsschleife könnte sich laut Computersimulation die Sahara um bis zu zwei Grad Celsius erwärmen und pro Tag rund 0,25 Millimeter mehr Regen fallen, in der Sahelzone sogar 1,12 Millimeter.

Die Studie zeigt: Windkraft und Solarenergie helfen nicht nur, Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Sie könnten sich auch in weiterer Hinsicht vorteilhaft auf das Klima auswirken. Allerdings wurde als Ort der Simulation eine Wüste ausgewählt und deren Klima reagiert besonders stark auf Landänderungen. In anderen Erdregionen sind ähnlich starke Effekte nicht zu erwarten. Außerdem geht die Simulation von einer kompletten Bebauung der Sahara in einer Größenordnung von bis zu 79 Terawatt aus, genug um die gesamte Welt mit Strom zu versorgen. Dass solche riesigen Wind- und Solarparks in naher Zukunft gebaut werden, ist unrealistisch. Selbst das sehr viel kleiner ausgelegte Desertec-Projekt, bei dem Solarkraftwerke in der nordafrikanischen Sahara in großem Umfang Strom für Europa produzieren sollten, wurde Ende 2014 wieder abgeblasen, noch bevor es richtig beginnen konnte.

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