Erneuerbare Energien

Windbranche weiter in der Krise

Margit Hildebrandt, 14.05.19
Auch die zweite Ausschreibungsrunde für Wind an Land in diesem Jahr ist wieder deutlich unterzeichnet. Vergeben wurde weniger als die Hälfte des Auktionsvolumens.

Der Einbruch in der Windindustrie setzt sich fort. Wie die Bundesnetzagentur am 13. Mai bekanntgab, bewarben sich in der zweiten Vergaberunde 2019 Projekte mit lediglich 295 Megawatt um ein Volumen von 650 Megawatt. Dabei gingen 41 Gebote ein, von denen 35 Projekte mit insgesamt 270 Megawatt zugelassen wurden – die auch alle einen Zuschlag erhielten. Der durchschnittliche Zuschlagswert von 6,13 Cent je erzeugter Kilowattstunde Strom liegt geringfügig über dem Ergebnis der ersten Runde dieses Jahres (6,11 Cent). Die Spanne der Gebotswerte lag von 5,40 Cent bis 6,20 Cent pro Kilowattstunde.

„Die deutliche Unterdeckung der aktuellen Ausschreibungsrunde überrascht uns nicht. Die Probleme sind bekannt. Allerdings hoffen wir, dass nun der Tiefpunkt des Zubau-Rückgangs erreicht ist, der durch den Fehlstart der Ausschreibungen 2017 verursacht wurde“, sagt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie (BWE). Der Ausbau der Windenergie verläuft seit der Umstellung auf das Auktionssystem äußerst schleppend. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurde der schlechteste Wert seit dem Jahr 2000 gemeldet.

Neue Hürden für die Windbranche

Ein Grund für die Schieflage ist, dass seit geraumer Zeit zu wenig neue Windparks genehmigt werden – diese Genehmigungen sind Voraussetzung für die Teilnahme an den Auktionen. Im ersten Quartal 2019 ist die Zahl der Genehmigungen wieder leicht auf 413 Megawatt gestiegen. Im gleichen Zeitraum in den Jahren 2014 bis 2016 war es jedoch nahezu dreimal so viel genehmigte Anlagenleistung.

Darüber hinaus scheinen sich für die Windbranche neue Hürden aufzutun. So werden derzeit etwa in der von den Regierungsfraktionen eingesetzten AG Akzeptanz bundesweite Höhen- und Abstandsregelungen diskutiert. Matthias Zelinger, VDMA-Geschäftsführer, fordert vor diesem Hintergrund bessere Rahmenbedingungen für die Windkraft in Deutschland. „Der durch extrem restriktive Genehmigungspraxis und Klagerisiken verursachte Mangel an Projekten gefährdet nicht nur den Erfolg der Energiewende, sondern stellt auch die Führungsrolle des Windindustrie-Standorts Deutschland in Frage“, sagt Zelinger.

Laut BWE-Präsident Albers gibt es derzeit Windenergieprojekte über fast 2500 Megawatt, die aufgrund von Konflikten mit der Deutschen Flugsicherung auf Eis liegen und zügig zu den nächsten Ausschreibungen zugelassen werden könnten. Albers fordert zusätzlich, dass die einzelnen Bundesländer mehr Flächen für neue Windprojekte ausweisen und das Planungsbeschleunigungsgesetz auf Erneuerbaren-Anlagen erweitern.

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