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BWE/VDMA-Studie

Windboom in Deutschland

Sascha Rentzing, 29.07.14
Im ersten Halbjahr 2014 ist der deutsche Markt für Windenergieanlagen an Land mit einer neu installierten Leistung von rund 1723 Megawatt um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Laut Branchenvertretern ist das starke Wachstum auf die Unsicherheit im Vorfeld der EEG-Novelle sowie messbare Flächenausweisungen in einigen Bundesländern zurückzuführen.

Die Windenergie in Deutschland wächst rasant und steht 2014 vor einem ähnlich starken Zubau wie im bisherigen Rekordjahr 2002. Im ersten Halbjahr wurden an Land Turbinen mit 1723 Megawatt Leistung neu aufgestellt, 66 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt drehen sich hierzulande somit derzeit über 24.000 Windräder mit 35.389 Megawatt Leistung. Das geht aus der Studie „Status des Windenergieausbau an Land in Deutschland“ hervor, die die Deutsche Windguard im Auftrag des Bundesverbands WindEnergie (BWE) und des deutschen Maschinenbauverbands VDMA veröffentlicht hat. „Wir freuen uns über den Zubau, denn er zeigt, dass die Bundesländer, Kommunen und die mittelständischen Investoren an die Energiewende glauben“, kommentiert BWE-Präsident Hermann Albers die Zahlen.

Die Länder hätten mehr Flächen für Windenergie ausgewiesen und mehr Genehmigungen erteilt. In Hessen etwa seien von Januar bis Juni doppelt so viele Turbinen gebaut worden wie im ersten Halbjahr 2013. Offenbar hat auch die Debatte um die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Sorge vor einem totalen Ausbauende in Bayern zum Boom beigetragen. „Es hat Vorzieheffekte gegeben“, erklärt Albers. Um den Zubau nicht zu bremsen, seien jetzt Lösungen außerhalb des EEG nötig. „Wir brauchen umgehend Vermarktungsmöglichkeiten zum Endkunden und lokale Stromtarife, um die Bürger an den niedrigen Kosten der Windenergie partizipieren zu lassen.“

Laut vorläufigen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist auch der Gesamtanteil der regenerativen Energien am Brutto-Inlandsstromverbrauch im ersten Halbjahr 2014 auf 28,5 Prozent gestiegen. Der weitere Zubau von regenerativen Anlagen und die günstigen Witterungsverhältnisse haben den Erneuerbaren Energien demnach zur Jahresmitte einen neuen Rekordwert beschert. Im ersten Halbjahr 2013 lag der Anteil der regenerativen Energien am Brutto-Inlandsstromverbrauch noch bei 24,6 Prozent. Die Erzeugung von Windenergieanlagen konnte in der ersten Jahreshälfte um 21,4 Prozent auf 31 Milliarden Kilowattstunden (kWh) zulegen. Photovoltaikanlagen produzierten 18,3 Milliarden kWh und legten damit um 27,3 Prozent zu. Auch die Biomasse verbuchte ein Plus von 5,2 Prozent. Diese Anlagen erzeugten in der ersten Jahreshälfte rund 22 Milliarden kWh.

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