Windmesse

Virtuelles Netzwerken

Margit Hildebrandt, 07.12.20
Die Fachmesse Wind Energy versammelte letzte Woche die Windbranche vor und hinter den Bildschirmen. Digitale Formate machten den wichtigsten Branchentreff trotz Pandemie möglich.

Vom 1. bis zum 4. Dezember fand die Wind Energy Hamburg statt – zum ersten Mal komplett digital. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Messe zunächst von September in den Dezember verschoben und dann ins Internet verlegt worden (neue energie 11/2020). Aus drei Studios in Hamburg, Brüssel und dem britischen Shoreham Port wurden insgesamt 35 Stunden Programm gesendet, rund 40.000 Interessierte haben es laut den Veranstaltern mitverfolgt.

In einem offenen „WindTV Open Stream“ wurden gemeinsame Inhalte vom europäischen Verband Wind Europe, dem internationalen Windverband Global Wind Energy Council (GWEC) und des Veranstalters Hamburg Messe und Kongress übertragen. Zu sehen waren Seminare, Interviews und Diskussionsrunden zu aktuellen Entwicklungen des Windenergie-Markts, im Bereich neuer Technologien und politischer Rahmenbedingungen mit hochrangigen Rednern wie etwa Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur der OECD, und der EU-Energiekommissarin Kadri Simson.

„Mit den WindTV-Livestreams haben wir wichtige Experten der Branche, der Politik und der Gesellschaft auf allen Kontinenten erreicht - trotz der weltweiten Pandemie“, sagte Bernd Aufderheide, Geschäftsführer der Hamburg Messe und Kongress. Die Themen reichten von Genehmigungsverfahren und Bürgerbeteiligung über Elektrifizierung, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen bis zur Lieferkette oder Innovationen auf Land und auf See.

Ein Schwerpunkt lag auf den Berichten aus den globalen Zukunftsmärkten der Windenergie. „Mit WindTV sind wir virtuell nach Indien, Lateinamerika, Asien und Afrika gereist, um von führenden lokalen Experten zu hören und zu diskutieren, wie wir den Ausbau der Windenergie beschleunigen können, um mit Blick auf die COP26-Konferenz im kommenden Jahr die Dekarbonisierungsziele der Welt zu erreichen“, sagte GWEC-CEO Ben Backwell.

Allerdings gab es einige technische Probleme. „Unsere Ziele waren ambitioniert. Es ist uns in der zur Verfügung stehenden Zeit jedoch leider nicht gelungen, digitale Ausstellerprofile zum Messestart in einer Qualität abzubilden, die unseren und den Ansprüchen unserer Kunden genügt hätte", sagt Aufderheide. Daher lag der Fokus nicht auf den Firmenprofilen, sondern komplett auf den Streams. Die Inhalte sind weiterhin auf www.windenergyhamburg.com abrufbar.

„Nach diesem turbulenten Jahr ist es sehr erfreulich, dass diese Begegnung der weltweiten Windindustrie stattfinden konnte, um Gedanken auszutauschen und über WindTV voneinander zu lernen, sodass wir aus der Coronakrise gestärkt hervorgehen können,“ sagte Backwell. Die nächste Wind Energy Hamburg soll Ende September 2022 stattfinden – dann wieder vor Ort in den Messehallen der Hansestadt, aber begleitet durch ein digitales Programm.

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