REN21-Report

Rekordjahr für erneuerbare Energien

Isaac Bah, 22.06.15
Die Gesamtkapazität regenerativer Kraftwerke hat 2014 erstmals die 1700-Gigawatt-Marke überschritten. Angetrieben vom starken Zubau von Wind-, Solar- und Wasserkraft betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der weltweiten Kraftwerksleistung Ende des Jahres 27,7 Prozent. Der Renewables 2015 Global Status Report zeigt aber auch: die Subventionen für fossile Energieträger stellten 2014 erneut die Investitionen in erneuerbare Energien in den Schatten.

Mit rund 270 Milliarden US-Dollar erreichten Investitionen in regenerative Energien und Treibstoffe im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. Gleichzeitig hätte diese Summe nach Ansicht des Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (REN21) noch höher ausfallen können, wenn im selben Zeitraum nicht mehr als 550 Milliarden US-Dollar an Subventionen in Atomenergie und fossile Energieträger geflossen wären. „Gleiche Wettbewerbsbedingungen würden die Entwicklung und Nutzung von Energieeffizienz und Erneuerbare-Energien-Technologien stärken. Würden die Subventionen für fossile und Atomenergie gestrichen, würde deutlich, dass Erneuerbare bereits jetzt die günstigste Energiequelle sind“, sagte Christine Lins, Geschäftsführerin von REN21, anlässlich der Präsentation des zehnten Renewables Global Status Report des internationalen Netzwerks.

Dennoch sind die 270 Milliarden Dollar ein Beleg für den positiven Trend im Erneuerbaren-Sektor. Insbesondere in den Entwicklungsländern verzeichnete REN21 einen starken Anstieg der Investitionen. Mit 131,3 Milliarden US-Dollar lagen sie 36 Prozent über dem Vorjahreswert und fast gleichauf mit den Gesamtinvestitionen der Industrieländer, die 2014 138,9 Milliarden US-Dollar betrugen und damit lediglich um drei Prozent gegenüber 2013 gestiegen sind. Größten Anteil am Aufschwung hatte China, das allein 63 Prozent zu den Investitionen der Entwicklungsländer beisteuerte. Aber auch in Chile, Indonesien, Kenia, Mexiko, Südafrika und der Türkei flossen jeweils mehr als eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Wirtschaft wächst, ohne dass Emissionen steigen

Weltweit legten die Investitionen in erneuerbare Energien gegenüber dem Jahr 2013 um 17 Prozent zu. Damit setzt sich der seit fünf Jahren anhaltende Trend fort, dass die Erneuerbaren bei den Netto-Investitionen die fossilen Brennstoffe überholt haben. 2014 stellten erneuerbare Energieträger bereits mehr als 59 Prozent des Netto-Zuwachses der weltweiten Kraftwerkskapazität. Der Zubau von Solarenergie, Windkraft und anderen erneuerbare Energien lag laut Angaben von REN21 bei 135 Gigawatt (GW), in Summe stieg die Gesamtleistung der regenerativen Kraftwerke innerhalb des vergangenen Jahres damit um 8,5 Prozent auf 1712 GW.

Neben dem deutlichen Zuwachs an Investitionen und installierter Leistung, zeigt der REN21-Report einen weiteren positiven Trend auf: Die Entkoppelung von wirtschaftlicher Leistung und Treibhausgas-Emissionen schreitet voran. Obwohl der weltweite Energieverbrauch in den letzten Jahren durchschnittlich um 1,5 Prozent angestiegen und das weltweite Bruttosozialprodukt im Mittel um 3 Prozent gewachsen ist, sind die CO2-Emissionen gegenüber 2013 stabil geblieben. Zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten wuchs damit die Weltwirtschaft, ohne dass parallel die CO2-Emissionen stiegen.

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