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Onshore-Windenergie

Nächste Auktion mit Gebotsmangel

Foto: Andreas Franke/picture-alliance

Foto: Andreas Franke/picture-alliance

Im Nebel: Diese Windkraftanlage in Brandenburg, genauso wie der weitere Ausbau in Deutschland.

Tim Altegör, 06.10.20
Die September-Ausschreibung für Windenergie-Projekte bot das mittlerweile gewohnte Bild: Seit mehr als zwei Jahren fehlt es regelmäßig an Teilnehmern, die Lücke zwischen Plan und Wirklichkeit beim Ökostromausbau wächst.

In Berlin überarbeitet die Regierungskoalition gerade das Erneuerbare-Energien-Gesetz, unter anderem soll der Ausbau von Solar- und Windparks in den nächsten Jahren zulegen – wenn auch nur in Maßen. Falls es noch eine Erinnerung brauchte, dass bei der Windenergie gerade einiges im Argen liegt, lieferte sie das jüngste Ausschreibungsergebnis der Bundesnetzagentur. Die Behörde vergab Zuschläge für insgesamt 285 Megawatt (MW) Leistung, ausgelobt waren jedoch 367 MW.

Damit waren bislang alle Windenergie-Auktionen im Jahr 2020 unterzeichnet. Bis auf einen Ausreißer im Dezember 2019 reicht die Serie sogar noch weiter zurück, bis in den Februar 2018. Seitdem lag der Umfang der zulässigen Gebote in 13 von 14 Auktionsrunden unter der Ausschreibungsmenge (eine Übersicht gibt es hier). Rund 3500 MW fehlen damit in diesem Zeitraum laut Plan beim Ökostromausbau. Zum Vergleich: In Deutschland sind derzeit etwa 54.000 MW Windenergie installiert.

Gegensätzliches Bild bei Wind und Solar

Eine der Konsequenzen des fehlenden Wettbewerbs sind Preise am oberen Ende der Skala. Im jüngsten Fall liegt der Durchschnittswert sogar auf der vorab definierten Obergrenze von 6,2 Cent je Kilowattstunde Strom. Hintergrund der andauernden Situation sind fehlende Projekte, was nach Expertenmeinung unter anderem auf komplizierte und langwierige Genehmigungsverfahren, einen Mangel an ausgewiesenen Flächen sowie zunehmende Klagen zurückzuführen ist. Zudem monieren Kritikerinnen, das Ausschreibungsverfahren grenze mit seinen schwer zu kalkulierenden Risiken kleinere Akteure und Bürgerenergiegesellschaften aus.

Genau umgekehrt dagegen das Bild bei Freiflächen-Solaranlagen: Dort sind die Auktionen regelmäßig deutlich überzeichnet. Dieses Mal wurden Gebote im Umfang von 675 MW eingereicht, zu vergeben waren aber nur 257 MW. Überzeichnet war auch die erste sogenannte Innovationsausschreibung über 650 MW, bei der die Regierung neue Varianten ausprobieren will. Beispielsweise konnten sich Kombinationen von Anlagen zur Stromerzeugung und Speichern bewerben. Zudem erhalten die erfolgreichen Bieter einen festen Zuschlag zum Börsenpreis (fixe Marktprämie), während normalerweise eine Gesamtvergütung zugesagt und die Differenz zum Börsenpreis ausgeglichen wird (gleitende Marktprämie). An dieser Auktion nahmen rund 1000 MW teil.

 

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