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CO2-Emissionen

G20 zum Handeln aufgefordert

Michael Hahn, 02.09.16
Ohne Kohleausstieg der G20 sind die Pariser Klimaziele nicht zu erreichen, zu diesem Schluss kommt eine neue Studie von Climate Transparency. Die Staaten sind demnach schon jetzt für 75 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich – planen weitere Kohlekraftwerke. Die deutsche Industrie fordert eine wirksame CO2-Bepreisung von den Industrie- und Schwellenländern.

Die zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) sind für 75 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – das besagt eine neue Analyse des Konsortiums Climate Transparency. Allein zwischen 1990 und 2013 stiegen deren energiebedingte Emissionen um 56 Prozent. Zwar sei der Anstieg weitgehend ins Stocken geraten, der Wandel zu einer grünen Wirtschaft gehe jedoch zu langsam voran, teilte Climate Transparency im Vorfeld des G20-Gipfels in China mit. Demnach können ohne Kohleausstieg die Ziele der Pariser Klimavereinbarung nicht erreicht werden.

Der Studie zufolge planen die G20-Staaten zudem noch immer den Bau zahlreicher Kohlekraftwerke. Würden alle Vorhaben verwirklicht, werde sich der bisherige Kohleverbrauch verdoppeln. So wäre es nahezu unmöglich die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Der Ausbau erneuerbarer Energien habe sich seit 2008 um 18 Prozent gesteigert, heißt es in dem Papier. Die jährlichen Investitionen der G20 in Erneuerbare müssten sich jedoch bis 2035 gegenüber den Zahlen von 2000 bis 2013 verdoppeln, um die Pariser Ziele einhalten zu können.

Wirksame CO2-Bepreisung gefordert

In Deutschland haben der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Organisation Germanwatch und das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in einer gemeinsamen Erklärung eine wirksame CO2-Bepreisung von den G20 gefordert. „Deutschland und die anderen großen Volkswirtschaften würden mit wirksamen und allmählich steigenden Preisen an Verbraucher und Investoren ein klares Signal senden, dass sie die Pariser Klimaschutzziele wirkungsvoll umsetzen wollen. Die CO2-Bepreisung sollte begleitet werden vom Abbau der fossilen Subventionen“, sagte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Ein CO2-Mindestpreis innerhalb der G20, der zwischen Industrie- und Schwellenländern unterscheide, würde Wettbewerbsnachteile einzelner Länder und Industrien vermeiden, teilten Industrieverband, Umweltorganisation und Forschungsinstitut mit. „Außerdem ist CO2-Bepreisung ein starker Motor für technische Innovationen und sie bringt den Regierungen wichtige Einnahmen, die sie in Investitionen für eine CO2-arme und an den Klimawandel angepasste Infrastruktur stecken können“, sagte Ottmar Edenhofer vom MCC. Im Dezember übernimmt Deutschland die G20-Präsidentschaft, das Gipfeltreffen findet im Juli 2017 in Hamburg statt.

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