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Energiekosten

Erneuerbare immer günstiger: Ist Kohle bald am Ende?

Nicole Allé – energiezukunft.eu, 14.10.14
Die Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Energien steigt, die Förderkosten sinken, so ein Gutachten des Beratungsunternehmens Enklip im Auftrag von Greenpeace: Das sei der Hauptgrund für die 2015 erstmals sinkende EEG-Umlage.

Mit der EEG-Umlage fördern Stromkunden alle Anlagen der erneuerbaren Energien seit 2001. Bislang ist das eine Erfolgsgeschichte – denn die Kosten für die Erneuerbaren sinken und brauchen immer weniger Förderung. Torpediert wird das Ganze jedoch konsequent von den Reformen von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) – denn die passen nicht zu dieser Entwicklung. Er will angeblich die EEG-Umlage senken und drosselt daher den Ausbau der erneuerbaren Energie und den Klimaschutz. Es sei völlig unnötig, die Zahl der neu zugebauten Anlagen aus Kostengründen zu beschränken, sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace. „Die geringere EEG-Umlage liegt nicht an seinen Reformen.“

Die sinkenden Energiekosten bestimmen den Betrag der EEG-Umlage für die Verbraucher deutlich stärker als die hohen Preise aus den Anfangsjahren der Energiewende. Die Bundesregierung hat sich selbst das Ziel gesetzt, die durchschnittliche Vergütung auf zwölf Cent pro Kilowattstunde (ct/kwh) für Neuanlagen zu senken. Dieses Ziel begründete die letzte EEG-Reform im Frühjahr 2014. Doch die EEG-Jahresvergütung 2013 – also die Fördersumme für die im Jahr 2013 ans Netz gegangenen Erneuerbaren-Energien-Anlagen – liegt bereits bei rund 12,5 ct/kwh. Im Jahr 2010 betrug sie noch 25 ct/kwh. Damit ist die Vergütung innerhalb von drei Jahren um die Hälfte gefallen. Ebenso das Ausschreibungssystem, das Gabriel im Jahr 2017 flächendeckend für die Erneuerbaren einführen will, begründet er mit dem Zwölf-Cent-Ziel. Ohne Berechtigung, wie die Studie zeigt, denn die Vergütung für neue Anlagen sinke ohnehin.

Die Studie zeigt, dass vor allem die Jahre 2009 und 2010 die EEG-Umlage haben ansteigen lassen. Bereits im Jahr 2011 – mit dem Schock von Fukushima –sanken die jährlichen EEG-Kosten wieder deutlich ab. Dieser Trend setzte sich in den darauffolgenden Jahren fort. Die Photovoltaikvergütung ist auf durchschnittlich elf ct/kwh gesunken und werde weiter sinken, daher habe der Zubau in diesem Sektor kaum Auswirkung auf die Höhe der gesamten EEG-Umlage, noch stärker treffe das auf neue Windanlagen zu, so das Enklip-Papier.

Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins Der Spiegel plant Gabriel derweil einen neuen Coup. Wurde bislang die Kohleenergie als unbestreitbar notwendige Versorgungsquelle verteidigt, wolle die Bundesregierung nun zehn Gigawatt Kraftwerksleistung aus Stein- und Braunkohle vom Netz nehmen. Mittelfristig, so der Spiegel, plane Wirtschaftsminister Gabriel aus Klimaschutzgründen sogar „komplett aus der Kohleverstromung auszusteigen“. Für die deutsche Solarindustrie kommen solche Einsichten recht spät.

Nicole Allé – energiezukunft.eu

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