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Windenergie

Ein bisschen Besserung

Foto: Augst/Eibner-Pressefoto/picture-alliance

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Windpark im Herbst, bei Mündersbach im Westerwald

Tim Altegör, 03.11.20
Nach dem Tiefpunkt 2019 scheint es mit der Windenergie an Land wieder etwas aufwärts zu gehen, mehr Anlagen gehen ans Netz und auch die Genehmigungen legen zu. Regional gibt es jedoch Unterschiede – und von einstigen Höhen ist der Ausbau noch weit entfernt.

Der Ausbau der Onshore-Windenergie in Deutschland scheint seinen Tiefpunkt überwunden zu haben – und liegt doch weit unter dem, was noch vor wenigen Jahren möglich war. Das zeigt eine neue Auswertung der Fachagentur Windenergie an Land, die Daten der Bundesnetzagentur für die ersten neun Monate 2020 analysiert.

Von Januar bis September gingen demnach insgesamt 878 Megawatt (MW) Leistung neu ans Netz, rund 350 mehr als im Krisenjahr 2019. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2018 hatte der Wert allerdings bei 2785 MW gelegen. In Prozentzahlen übersetzt: Im Vergleich zum schwachen Vorjahr legte der Zubau um 70 Prozent zu, liegt aber dennoch um 68 Prozent unter dem Durchschnitt der Zeit vor dem historischen Tief. Als Gründe dafür gelten langwierige und komplizierte Genehmigungsverfahren sowie der Wechsel zu einem Ausschreibungssystem.

NRW liegt vorne

Laut FA Wind könnten bis zum Jahresende 1500 MW erreicht werden. Unter den Bundesländern verzeichneten bis einschließlich September Nordrhein-Westfalen (136 MW), Brandenburg (133) und Niedersachsen (112) die größten Anteile.

Aufwind verspricht auch die Situation bei den Genehmigungen: Rund 2000 MW wurden demnach in diesem Jahr bis zum Herbst genehmigt. Spitzenreiter ist hier Schleswig-Holstein mit etwa 420 MW. Die südlichen Bundesländer, in die künftig per Gesetz 20 Prozent der Auktionszuschläge gehen sollen, verzeichneten dagegen nur niedrige Zuwächse. In Baden-Württemberg etwa wurden knapp 55 MW neu genehmigt, in Bayern sogar nur 12,6 MW.

Bundesweit bedeuten die Genehmigungszahlen jedoch beinahe eine Verdopplung gegenüber den Jahren 2017 bis 2019. Doch auch dabei gab es schon bessere Zeiten: Von 2014 bis 2016 waren es im Durchschnitt rund 3000 MW, ein Drittel mehr als in diesem Jahr.

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