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EWEA Offshore 2013

„Der Knoten ist geplatzt“

Interview: Anne-Katrin Wehrmann, 19.11.13
…sagt Ronny Meyer, Geschäftsführer der Windenergie-Agentur WAB. CDU und SPD haben ihm Rahmen der Koalitionsverhandlungen beschlossen, das Stauchungsmodell bei der Vergütung von Offshore-Windparks zu verlängern und zugleich die politischen Ausbauziele deutlich zurückschrauben.

neue energie: Die gute Nachricht vorweg: Das Stauchungsmodell, das nach aktuellem EEG Ende 2017 auslaufen würde, soll um zwei Jahre verlängert werden. Jetzt können auch Betreiber von Offshore-Windparks, die 2018 oder 2019 ans Netz gehen, in den ersten acht Jahren von einer erhöhten Anfangsvergütung von 19 Cent pro Kilowattstunde profitieren. Was bedeutet das für die Branche?

Ronny Meyer: Das ist sehr positiv, nicht nur für die Branche sondern auch für die Energiewende insgesamt. Wir brauchen Offshore-Windenergie, weil sie grundlastnahen Strom rund um die Uhr produziert. Für die Investoren war das Signal extrem wichtig – jetzt können sie die Investitionen für die anstehenden Windparks, also für die zweite Welle, auslösen. Der Knoten ist geplatzt.

ne: Zwei Wochen vorher hatte sich die künftige Regierung darauf geeinigt, das bisherige politische Ziel von 10.000 Megawatt (MW) installierter Offshore-Leistung bis 2020 auf 6.500 MW zurückzustutzen. Die WAB selbst hatte in den vergangenen Monaten gesagt, dass bis dahin wahrscheinlich ohnehin bestenfalls noch 6000 bis 7000 MW zu erreichen sind. Ist das nun ein Rückschlag für die Branche oder einfach eine elegante Variante, eine unrealistische Zahl vom Tisch zu bekommen und das auch noch als Sparmaßnahme zu verkaufen?

Meyer: Ich glaube, dass man schon unterscheiden muss zwischen dem, was unter gegebenen Rahmenbedingungen realistisch möglich ist, und politischen Zielen, die durchaus auch ambitioniert sein können. Die Frage nach dem Wieviel ist aber gar nicht die zentrale – viel entscheidender ist, dass die 6.500 MW jetzt auch gebaut werden, und dafür haben wir mit der Verlängerung des Stauchungsmodells eine wesentliche Voraussetzung bekommen. Weitere Voraussetzung ist aber auch, dass der Netzausbau wie geplant umgesetzt wird und es hier zu keinen weiteren Verzögerungen kommt.

ne: Und wie bewerten Sie den Plan, dass bis 2030 nur noch 15.000 statt der bisher geplanten 25.000 MW installiert werden sollen?

Meyer: Das ist tatsächlich eine Zahl, die man kritisieren kann. Für eine vollständige Energiewende, die auch Mobilität und Wärme umfasst, wird man sehr viel mehr installierte Offshore-Windenergieleistung im Jahr 2050 brauchen: Da ist dann dieses Zwischenziel von 15.000 MW bis 2030 zu wenig. Hinzu kommt, dass die Projekte für den Zeitraum von 2020 bis 2030 schon jetzt in der Planung sind und Unternehmen da im Vertrauen auf die ursprünglichen Ziele der Bundesregierung Geld investieren.

Lesen Sie das Interview in voller Länge in der Dezember-Ausgabe von neue energie.

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