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Dossier Titelstory 08/2015

Rettet der Paris-Vertrag das Weltklima?

Isaac Bah + Jörg-Rainer Zimmermann, 07.08.15
Der US-Präsident, die Bundeskanzlerin, Chinas Regierung - viele Mächtige dieser Welt rufen kurz vor der Pariser Weltklimakonferenz zu mehr Klimaschutz auf. Doch Forscher fürchten, dass es längst zu spät ist für das Klima – und für uns. In der Titelstory unseres August-Printhefts beschäftigen wir uns mit der Frage, wie groß die Gefahren der Erderwärmung sind und welche Chancen die Menschheit noch hat. Dazu haben wir für Sie eine Auswahl an Aufsätzen und exklusiven Gastbeiträgen renommierter Experten zusammengestellt. Zugleich nehmen wir die Gelegenheit zum Anlass, mit einer neuen Online-Bücherseite zu starten. Dieses Angebot wird unsere jeweiligen Schwerpunktthemen ergänzen.

Welchen Stellenwert der Klimawandel mittlerweile besitzt, zeigt die Flut neuer wissenschaftlicher Publikationen, die derzeit im Vorfeld des Weltklimagipfels erscheinen. Sie stellen die Themen Klimawandel, Klimaschutz und die Transformation unserer Energiesysteme in den Fokus. Auf unserer neu gestalteten Bücherseite und unter der Rubrik Wissen - Klima haben Sie Zugang zu Aufsätzen bekannter Autoren und zu Buchempfehlungen unserer Redaktion. Die Auswahl wird künftig ständig erweitert.

Folgende Beiträge haben wir für Sie ausgewählt:

"Navigationshilfe im Wettlauf gegen die Uhr" von Ottmar Edenhofer (Chefökonom am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung): Je länger die Menschheit damit wartet, ihre Emissionen deutlich zu reduzieren, umso höher steigen die Kosten für die Vermeidung der schlimmsten Folgen der globalen Erwärmung. Kein Zweifel, die Tonnen müssen schnell anfangen zu purzeln. Wie das gelingen kann, ohne dass es gleich die Welt kostet, kartografiert der Weltklimarat.

"Paris ist äußerst wichtig - und doch erst der Anfang" von Ken Berlin, Chef der von Ex-US-Vizepräsident gegründeten Initiative The Climate Reality Project. Er geht in einem exklusiven Gastbeitrag für "neue energie" der Frage danach, was sich auf der Paris-Konferenz tatsächlich erreichen lässt.

"Keine Angst vor der Großen Transformation" von Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, und Daniel Klingenfeld, Leiter des Stabes des Direktors. Trotz einzelner Fortschritte sieht die globale Emissionsbilanz schaurig aus. Die Industrieländer übernehmen keinerlei Verantwortung, viele Entwicklungsländer wollen nicht vom fossilen Modell lassen. Nur politische Führungsstärke und zivilgesellschaftliche Impulse „von unten“ können die Stabilisierung des Klimas in Schwung bringen, sind die Autoren überzeugt.

"Die Bremser von Brüssel" von Christian Hey, Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen. Entschleunigung braucht nur der Klimawandel – nicht aber die europäische Klimapolitik. Denn eine anspruchsvolle Klima- und Energiepolitik der EU bietet auch die Chance, Impulse gegen die Wirtschaftskrise zu setzen. Eine Lokomotivrolle behält Europa im globalen Klimaschutz nur, wenn Deutschland seine wirtschaftspolitischen Dogmen überdenkt, fordert er.

"Warum scheitern Klimaverhandlungen" von Martin Stratmann und Jochem Marotzke. Woran liegt es, dass der CO2-Ausstoß nicht gebremst wird? Sind die Staatschefs zynisch oder einfach nur unfähig? Und sind wir dumm, weil wir zynische oder unfähige Staatschefs wählen? Ja, dem Anschein nach stimmt das. Allerdings haben unsere Dummheit und – gehen wir einmal von der Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen aus – die Unfähigkeit der gewählten Staatschefs eine strategische Ursache. Welche, das erläutern die Autoren.

"Wenn fünf vor zwölf zum Alltag wird" von Johanne Hammelbeck, Greenpeace. Wer sich fürs Klima einsetzt, macht ambivalente Erfahrungen. Auf ein spöttisches „Na, gehst du wieder die Wale retten?“ folgt da schon mal die Anerkennung eines Polizisten auf der Demo. Dass der Klimawandel ihre Zukunft beeinflussen wird, ist den meisten jungen Leuten bewusst; die Konsequenz, ihn stoppen zu helfen, ziehen indes längst nicht alle, meint die Autorin.

 

 

Kommentare (1)

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  • 08.08.15 - 19:16, steffen mass

    Obama hat die Zeichen der Zeit erkannt - er weiss wo er Punkte machen kann und hat trotz vieler Baustellen, diese EINE gewählt, weil sie allumfassend unser aller Wohl und Überleben auf der Erde betrifft. Politisch clever. Aber auch der Mensch Obama, als Ehemann, Vater - der seine Familie und uns alle vor grossen Katastrophen bewahren will, tritt an gegen die Missstände zu kämpfen, denn wir haben nur eine Zukunft. Wirtschaftlich auch spannend - die USA beweisen gerne wieder eine Vorreiter-Position als Pioniere. Das war bei der Einführung Internet und Sozialer Medien der Fall und auch jetzt im Energiesektor möglich. Wussten Sie, das US Department of Energy baut mit 3stelligem Mio-Betrag Neutrino Base.. Ich hörte auch davon  die deutsch- amerikanische Neutrino Inc. arbeitet mit Hochdruck an der Realisation der nächsten Etappe bzgl.ihrer Projekte Neutrino-PowerCube, -IndustrialFoil, - SmartGas und -CarBattery mit einer Reichweite bis zu 2.000km. All diese Projekte bringen uns unendliche Energien, die alle anderen Sparten endlich zum Stillstand bringen könnten, denn solare Partikel-Energien/ Neutrinos strömen 24h, 365Tage im Jahr ohne unsere Erde oder das Klima zu vergiften...Wir müssen weiter Überzeugungsarbeit leisten, Investitionen und Schwung ins Rad dieser neuen Energie & Technologiebereiche zu bekommen.  

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