Klimakrise

NGOs kritisieren Weltbank für Fossilprojekte

Foto: Jim Lo Scalzo/picture alliance/EPA

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Protestierende fordern in Washington D.C. die Abberufung von Weltbank-Präsident David Malpass

Tim Altegör, 10.10.22
Laut einem Bericht finanziert die Weltbank weiterhin im großen Stil fossile Energien in Entwicklungsländern. Ihr Präsident wurde von Donald Trump nominiert und tut sich schwer damit, den menschengemachten Klimawandel anzuerkennen.

Ein internationales Bündnis von Nichtregierungsorganisationen wirft in einem neuen Bericht der Weltbank vor, die Finanzierung fossiler Energien fortzusetzen und damit entgegen den internationalen Klimabeschlüssen zu handeln. Die Entwicklungsbank mit Sitz in Washington ist an der Finanzierung zahlreicher Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern beteiligt und hat daher einen großen Einfluss auf die Entwicklung in deren Energiesektor.

Die Studie des Bündnisses „The Big Shift“ listet zehn große, von der Weltbank unterstützte Fossilprojekte im Zeitraum von 2018 bis 2021 auf, fast alle davon im Erdgasbereich. Auf indirekten Wegen, etwa über den Umweg einer zwischengeschalteten Bank, finanziere die Organisation aber weiterhin auch Kohle- und Ölprojekte. Insgesamt habe sie seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 mit 14,8 Milliarden US-Dollar fossile Energien unterstützt. Die im Bericht genannten Fälle liegen beispielsweise in Aserbaidschan, Bangladesch, Myanmar und Indonesien.

„Bin kein Wissenschaftler“

Schon vor Erscheinen des Berichts hatte das Bündnis die Absetzung von Weltbank-Präsident David Malpass gefordert, der – auf Vorschlag des damaligen US-Präsidenten Donald Trump – das Amt seit 2019 innehat. Umweltorganisationen hatten sich bereits vor einem Jahr mit einem offenen Brief für eine Neubesetzung an der Weltbank-Spitze ausgesprochen. Im September dieses Jahres weigerte sich Malpass bei einer Podiumsdiskussion, den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel anzuerkennen mit dem Hinweis, er sei kein Wissenschaftler.

Nach Kritik unter anderem aus dem Weißen Haus ruderte er bei einer weiteren Veranstaltung Anfang Oktober dann wieder zurück. Regulär ist Malpass für eine Amtszeit von fünf Jahren ernannt.

 

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