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Klima-Ländervergleich

Das Treppchen bleibt wieder leer

Foto: picture alliance / imageBROKER | Simon Belcher

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Offshore-Windpark im dänischen Meer.

Michael Hahn, 09.11.21
Die skandinavischen Länder unternehmen laut einem aktuellen Ranking am meisten für den Klimaschutz. Für das 1,5-Grad-Ziel reichen die Anstrengungen aber bislang nirgendwo. Deutschland konnte Plätze gutmachen, hat jedoch noch einigen Nachholbedarf.

Wie ambitioniert sind die Klimaschutzmaßnahmen der 60 Länder mit dem größten CO2-Ausstoß? Das ermittelt bereits seit 2005 die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch gemeinsam mit dem New Climate Institute und dem Climate Action Network in einem Klimaschutz-Index (Climate Change Performance Index – CCPI). Die diesjährigen Ergebnisse wurden heute (9. November) auf dem UN-Klimagipfel im schottischen Glasgow vorgestellt.

Die ersten drei Plätze bleiben dabei wieder einmal demonstrativ leer. Kein Land schneide gut genug ab, „um eine ‚sehr gute‘ Bewertung im Gesamtranking zu erhalten“, teilte Germanwatch mit. Auf Platz vier folgt als Spitzenreiter Dänemark. Das Land wurde in den Kategorien „Treibhausgasemissionen“, „Erneuerbare Energien“ und „Klimapolitik“ mit der Note „gut“ bewertet. Beim „Energieverbrauch“ reicht es allerdings nur für die Bewertung „mäßig“.

Hinter Dänemark stehen auf den Plätzen fünf bis acht Schweden, Norwegen, Großbritannien und Marokko. Während die Klimaschutzpläne aktuell noch bei keinem Land für das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel reichen würden, befänden sich die drei Erstplatzierten laut Germanwatch immerhin „in Reichweite“.

„Wir stehen am Anfang des Jahrzehnts, in dem es vor allem um die Umsetzung der gesetzten Klimaziele geht. Dänemark, Schweden und Norwegen machen da ähnlich wie Großbritannien und Marokko vieles besser als der Rest der Welt“, kommentierte Niklas Höhne vom New Climate Institute, einer der Autoren des CCPI.

Nur Norwegen bei Erneuerbaren „sehr gut“

In der Kategorie „Erneuerbare Energien“ erreicht Norwegen als einziges Land die Note „sehr gut“. „Neben dem hohen Anteil von Wasserkraft setzt das Land auch zunehmend auf Wind- sowie Solarenergie und hat ehrgeizige Ausbauziele“, schreibt Germanwatch. Auf Kritik stößt jedoch der weiterhin anhaltende Abbau und Export von Öl und Gas.

Deutschland belegt in dem Ranking Platz 13 und verbessert sich im Vergleich zum letzten CCPI um sechs Plätze – so gut wurde das Land zuletzt 2013 bewertet. Während es bei den Treibhausgasemissionen noch für ein „gut“ reicht, werden die übrigen Kategorien nur mit „mäßig“ bewertet. Neben dem hohen Emissionsniveau pro Einwohner bezeichnete Germanwatch den „zuletzt massiv stockenden Ausbau der erneuerbaren Energien und die als ‚schwach‘ bewertete nationale Klimapolitik“ als problematisch.

Letztere sei „eine Folge der bisher nicht ausreichenden Umsetzungspläne für die verbesserten Klimaziele“. Es brauche deshalb schnell ein 100-Tage-Programm von der neuen Regierung und „ernsthafte Fortschritte in allen Sektoren“.

Schlusslichter in dem Ranking sind Kanada, Iran und Saudi-Arabien. Den letzten Platz belegt Kasachstan. Am stärksten verbessert haben sich die Niederlande (von Platz 29 auf 19) und Griechenland (von 34 auf 24).

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