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Erneuerbaren-Ausbau

Deutschland steht in Europa schlecht da

Michael Hahn, 24.04.17
Deutschland droht seine Erneuerbaren-Ziele für 2020 zu verfehlen. Der Großteil der EU-Mitglieder hingegen kann sie erreichen. Das geht aus einer Analyse des BEE hervor. Der Erneuerbaren-Verband fordert die Bundesregierung zum Handeln auf.

Deutschland wird sein Erneuerbaren-Ausbauziel für 2020 deutlich verfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Die Europäische Union hat als verbindliches Ziel einen Anteil erneuerbarer Energie am gesamten Endenergieverbrauch in 2020 von 18 Prozent vorgesehen. Derzeit liegt er in Deutschland laut BEE-Analyse bei 14,6 Prozent. Werde das jetzige Ausbautempo beibehalten, würden 2020 lediglich 16,7 Prozent erreicht, berechneten die Experten.

Um die 18 Prozent bis 2020 noch schaffen zu können, müssten ihnen zufolge jährlich rund 22 Terawattstunden (TWh) Erneuerbare zugebaut werden, insgesamt rund 111 TWh gegenüber 2015. Derzeit betrage das Wachstum im Zeitraum 2015 bis 2020 nur rund 75 TWh, was jährlich 15 TWh entspreche. Der Verband setzt bei seinen Berechnungen auch auf die umstrittenen Biokraftstoffe, die 25 der 111 TWh ausmachen sollen.

„Anstatt die Energiewende nach dem Klimavertrag von Paris zu beschleunigen, wurde der Ausbau erneuerbarer Energien im Strombereich kräftig gedrosselt und der jahrelange Stillstand bei der Wärme- und Verkehrswende nur verwaltet. Das hat 2016 dazu geführt, dass der Anteil erneuerbarer Energien sogar leicht rückläufig war. Der Zuwachs im Stromsektor konnte den Rückgang bei Wärme und Verkehr nicht kompensieren“, sagte der kommissarische BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff.

Das BEE-Papier kommt außerdem zu dem Schluss, dass neben Deutschland nur vier weitere EU-Länder ihre Erneuerbaren-Ziele voraussichtlich verfehlen werden: Großbritannien, Irland, die Niederlande und Luxemburg. „Während 23 EU-Mitgliedsstaaten ihre Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energie erreichen oder sogar übertreffen, gehört Deutschland zu den wenigen Staaten, die das Ziel verfehlen“, warnte Uphoff. Wenn Deutschland wieder zu den Vorreitern beim Klimaschutz zählen wolle, müsse die jetzige und künftige Bundesregierung ihre Energiepolitik dringend anpassen.

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