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Personalie

Von der Spitze an die Spitze

Isaac Bah, 01.03.18
Simone Peter ist die neue Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie. Erst im Januar war sie als Grünen-Chefin zurückgetreten, jetzt will sie für mehr Ambition bei der Energiewende werben.

Simone Peter ist zurück. Schneller als manch einer gedacht hätte und in einer Rolle, die an die Zeit vor ihrem politischen Aufstieg zur saarländischen Umweltministerin (2009 – 2012) und Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen (2013 – 2018) anknüpft. Kurz vor dem jährlichen Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) wählte dessen Mitgliederversammlung die promovierte Biologin zur neuen Präsidentin des Erneuerbaren-Dachverbands, dem 39 Fachverbände, Organisationen und Unternehmen mit insgesamt über 30 000 Einzelmitgliedern und Firmen angehören.

Sie löst Fritz Brickwedde ab, der den BEE seit Oktober 2013 geleitet hatte und sein Amt laut Verbandsangaben aus persönlichen Gründen niederlegt. Brickwedde ist CDU-Mitglied, sein Vorgänger Dietmar Schütz war in der SPD, jetzt folgt die Grüne Peter. In seiner Abschiedsrede sprach Brickwedde zudem davon, dass es mal an der Zeit gewesen sei „von Mann zu Frau, von alt zu jung“ zu übergeben.

Anfang Januar, anderthalb Monate nachdem die Sondierungsgespräche zu einer möglichen Jamaika-Koalition aus CDU/ CSU, FDP und den Grünen geplatzt waren, hatte die 52-Jährige wie ihr Co-Vorsitzender Cem Özdemir den Rückzug von der Parteispitze angekündigt und damit den Weg für das neue Grünen-Führungsduo Robert Habeck und Annalena Baerbock freigemacht.

Auch als Parteichefin hatte sich Peter den Themen erneuerbare Energien, Klima- und Umweltschutz gewidmet, die sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich begleitete – lange Zeit davon ebenfalls in Verbänden. Von 2001 bis 2004 arbeitete sie für die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar), im Anschluss war sie von 2004 bis 2006 die erste Geschäftsführerin der Agentur für Erneuerbare Energien. Bei Eurosolar leitete sie unter anderem als Chefredakteurin die Fachzeitschrift Solarzeitalter.

Der BEE gewinnt durch die ehemalige Spitzenpolitikerin ein bundesweit bekanntes Gesicht mit fachlicher Expertise und Medienkompetenz für sein höchstes Amt. Angesichts der Verunsicherung der Branche durch Ausschreibungen und der Aufgabe der Klimaschutzziele für 2020 steht Peter vor der Herausforderung, die Politik von mehr Ambition bei der Energiewende zu überzeugen. Zum Vorhaben der Großen Koalition, bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent Ökostrom zu erreichen, sagte sie beim Neujahrsempfang, es werde „ein Ziel sein, diese 65 Prozent früher zu erreichen“. Zudem betonte sie die Bedeutung einer wirksamen CO2-Bepreisung und bezeichnete die Bürgerenergie als „zentralen Schlüssel“ der Energiewende.

 

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