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EEG-Novelle

Vermarktungspflicht macht Energiewende teurer

Rebecca Raspe – energiezukunft.eu, 18.02.14
Die von der Politik geplanten neuen Vermarktungsregeln für erneuerbare Energien werden die Energiewende verteuern, warnt eine aktuelle Studie. Zudem entstünde ein neues Oligopol mit nur wenigen großen Investoren am Energiemarkt.

Die von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Vermarktungspflicht für erneuerbare Energien begünstigt Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken. Gleichzeitig verhindert sie, dass Deutschlands Energiesystem flexibler wird und sich dem Bedürfnis der Energiewende anpasst. Ein weiterer Effekt: Sie macht die Energiewende teurer. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Instituts für Zukunftsenergiesysteme (Izes) im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Die neuen Vermarktungsregeln zerstören laut Studie eines der Herzstücke der Energiewende: den Einspeisevorrang für erneuerbare Energien. Eine verpflichtende Direktvermarktung führt dazu, dass bei einem Überangebot an Strom zuerst flexible Solar- und Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Unflexible Kohle- und Atommeiler dagegen laufen weiter. „Statt weniger Kohle- und Atomstrom produzieren zu lassen, sorgt Gabriel für das Gegenteil: Seine Vermarktungspflicht garantiert die Auslastung von Uralt-Kraftwerken", fasst Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl die Ergebnisse der Studie zusammen.

Einspeisetarife sind bislang der Motor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Sie haben den Ausbau der grünen Energien beschleunigt und Ökostrom wettbewerbsfähig gemacht. Vor allem aber haben die festen Tarife Millionen Bürger zu Energieerzeugern werden lassen. Den aktuellen politischen Plänen zufolge sollen die bisherigen Einspeisetarife fast vollständig durch die bislang freiwillige Direktvermarktung ersetzt werden. Dadurch jedoch wird der Markteintritt für kleinere Erzeuger wie Genossenschaften, Stadtwerke oder private Haushalte erschwert. Stattdessen werden nur noch wenige große Direktvermarkter die Marktbedingungen diktieren. Es entsteht ein neues Oligopol am Energiemarkt, so die Einschätzung der Autoren. Ein weiterer Nachteil der Direktvermarktung: Weil die Investitionssicherheit in Ökokraftwerke abnimmt, steigern die Banken ihre Risikoaufschläge für Investments. Dadurch erhöhen sich laut Studie die Kosten der Energiewende.

 

Hier geht es zu der Studie des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

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