Netzausbau

Tennet und TransnetBW stellen Erdkabelpläne vor

Isaac Bah, 28.09.16
Die möglichen Trassenverläufe für die Nord-Süd-Gleichstromverbindung Südlink liegen auf dem Tisch: Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW haben ihre Vorschläge für die geplanten Erdkabelkorridore vorgelegt, die Windstrom von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern transportieren sollen. Bis 2025 sollen die Höchstspannungsleitungen fertiggestellt sein.

Ende vergangenen Jahres wurde der Erdkabelvorrang für Gleichstromverbindungen gesetzlich festgelegt, jetzt haben die beiden Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW, durch deren Regelzonen die Südlink-Trasse verlaufen soll, die überarbeiteten Routen für die beiden Gleichstromleitungen vorgestellt. Ausgehend von Brunsbüttel und Wilster in Schleswig-Holstein führen diese nach Grafenrheinfeld in Bayern und Großgartach in Baden-Württemberg. Die Neuplanung war nötig geworden, da sich insbesondere die bayerische CSU-Landesregierung und die Bundesnetzagentur gegen die 2014 vorgestellten Trassenpläne ausgesprochen hatten.

„Wir planen Südlink als reine Erdkabelverbindung. Das ist der Wunsch der Bürger, für den die Politik den Weg frei gemacht hat“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung. In einem ersten Schritt seien nun gut geeignete Korridore identifiziert worden. Die neuen Vorschläge basieren auf Kriterien für erdverlegte Leitungen, die sich grundlegend von denen für die ursprünglich vorgesehenen Freileitungen unterscheiden. Zu den wichtigsten Kriterien für die Planung der Erdkabel gehören die Geradlinigkeit und Kürze der Strecke, das Bodenrelief und die Bodenbeschaffenheit. Schätzungen zufolge könnte sich der Trassenbau durch den Einsatz von Erdkabeln um das zwei- bis vierfache verteuern. Laut Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums entstehen durch den verstärkten Einsatz von Erdkabeln Investitionsmehrkosten von drei bis acht Milliarden Euro.

Südlink kommt drei Jahre später

Während der Planungsphase standen die Netzbetreiber nach eigenen Angaben in konstruktivem Austausch mit Fachbehörden und anderen Trägern öffentlicher Belange. In den kommenden Monaten wollen die Netzbetreiber nun auch mit den Bürgern in Dialog treten. Von Mitte Oktober bis Mitte November sollen über 30 Informationsveranstaltungen in den betroffenen Landkreisen stattfinden, in denen die vorgeschlagenen Erdkabelkorridore verlaufen könnten. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger über die Planungsgrundlagen und die eingesetzte Technik informieren und Hinweise zu den vorgeschlagenen Korridoren abgeben, die in den weiteren Planungsprozess einfließen sollen. „Wir wollen frühzeitig und transparent informieren. Das stellt sicher, dass alle verfügbaren lokalen und regionalen Informationen helfen, die Planung zu optimieren“, sagte Werner Götz, Mitglied der Geschäftsführung von TransnetBW.

Tennet und TransnetBW wollen den Genehmigungsantrag im ersten Quartal 2017 bei der Bundesnetzagentur einreichen. Hartman und Götz wiesen darauf hin, dass die Fertigstellung von Südlink für 2025 geplant sei, dies sei ein ambitionierter Zeitplan. Die ursprünglichen Südlink-Pläne sahen eine Fertigstellung bis 2022 vor.

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