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Windenergie-Ausbau

Seehofer stoppt bayerische Energiewende

Isaac Bah, 03.07.13
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vollzieht in Sachen Erneuerbare eine Kehrtwende. Er will größere Mindestabstände zwischen Wohngebieten und neuen Windenergieanlagen festlegen, was den weiteren Ausbau massiv behindert.

Aktuell sind 800 Meter vorgeschrieben. Die jüngsten Überlegungen Seehofers basieren auf den Forderungen verschiedener Anti-Windkraft-Initiativen aus Unterfranken, die sich für eine Abstandsvergrößerung auf das Zehnfache der Höhe der Anlagen einsetzen – die so genannte 10H-Regelung. Für große Anlagen bedeutet das einen Mindestabstand von zwei Kilometern.

Der Landesverband Bayern im Bundesverband WindEnergie (BWE) hat nachrechnen lassen, was die neue Abstandsregel für den Windkraft-Ausbau bedeutet: Bei einem Mindestabstand von 800 Metern sind 5,17 prozent der bayerischen landesfläche für die Windkraft nutzbar. Steigt der Abstand auf 2000 Meter, reduziert sich dieser Wert auf 0,05 prozent. Zudem zeigt sich, dass sich die Gebiete mit 2000 Metern Abstand vorwiegend in den windschwächsten Lagen befinden. Günter Beermann, der Vorsitzende des BWE-Landesverbands Bayern, bringt die Problematik auf den Punkt: „Die 10H-Regelung bedeutet: keine weiteren Windenergieanlagen in Bayern.“

Beermann kann den Kurswechsel nicht nachvollziehen. Seehofer hatte schließlich vor zwei Jahren das Energiekonzept voll unterstützt. Doch die Pläne stoßen auch in der CSU und beim Koalitionspartner FDP auf Skepsis. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) wies bereits darauf hin, dass die geplante Abstandsregel nicht mit geltendem Bundesrecht vereinbar sei. Auch Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) schloss sich diesem Urteil an. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel teilt die Einschätzung des BWE, dass dies den Ausbau der Windkraft im Freistaat abrupt stoppen würde. Der plötzliche Sinneswandel Seehofers lässt Spielraum für Spekulationen über seine Beweggründe zu. „Damit käme sogar die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke wieder ins Gespräch“, befürchtet Günter Beermann.

Kommentare (1)

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  • 07.07.13 - 18:24, MBE

    in der Gesamtbetrachtung bringen Windräder nichts für die "Energiewende".
    Es gibt Studien die belegen, dass die Co2 Belastung sogar ansteigt.(Was ja dieses Jahr auch passiert ist). Wir werden immer Schattenkraftwerke brauchen, da nun mal auch 300.000 Windräder bei Windstille nichts bringen. Und wenn Sie laufen destabilisieren sie die Netze.
    Warum wird nicht gefordert, dass x Prozent regenerativ erzeugt werden. Das würde den Anreiz Energie zu sparen und sinnvolle regeneraitve Energien fördern. Aber plump 1.500 Windräder zu fordern ist totaler Schwachsinn. Wir werden in Deutschland die Welt nicht retten und auch die Energiewende nicht exportieren.
    Selbst wenn wir in Deutschland gar kein C02 mehr produzieren würden, würden wir in 2100 die Erderwärmung um 35 Tage verzögern. Na prima.
    Diese Berechnungen sind allerdings genauso aussagekräftig, wie die Statistiken und Berechnungen der Windkraftlobby, die Ihre WKA nicht mehr losgekommen, weil sich immer mehr von der Windkraft abwenden, da der Schaden bei weitem grösser ist, als der Nutzen.
    Wir zahlen das alles. Wer bezahlt denn den Herrn Beermann? Das sagt doch schon alles.
    Stoppt diesen Irrsinn. Das ist ein Fall für das Steuerschwarzbuch und das Verfassungsgericht.
    Der europäische Gerichtshof hat bereits vor 2 Wochen eine Beschwerde gegen die Förderung der "erneuerbaren Energien" zugelassen. Grund war, dass die Auswirkungen gar nicht transparent gemacht wurden und die Schäden nicht geprüft wurden.
    Folter und Menschenversuche sind in der deutschen Verfassung verboten. Nichts anderes ist es, wenn diese Monster den Menschen ohne Untersuchungen das Leben zur Hölle machen. In England wurden für Windräder über 150 Meter über 3 km Abstand bereits gesetzlich festgelegt. Hier wurden Untersuchungen zu Infraschall durchgeführt. Bei uns geben Gerichte und Politiker Vorgaben, was gesund ist. Und wenn die Abstände keine Windräder mehr zulassen, um so besser.

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