Erneuerbare Energien

Sechs Aufgaben für nach der Wahl

Foto: elxeneize/Zoonar/picture alliance

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Bernward Janzing, 28.06.21
Der Erneuerbaren-Verband BEE hat eine Liste mit Handlungsempfehlungen für die neue Bundesregierung veröffentlicht. Ein zentraler Punkt lautet, das Strommarktdesign entsprechend der zunehmenden Bedeutung von Sonne, Wind und Co fortzuentwickeln.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat am Freitag (25. Juni) in einer Pressekonferenz sechs Handlungsfelder der Energiepolitik für die kommende Legislaturperiode definiert. In Stichworten sind dies eine steigende CO2-Bepreisung, der Ausbau der Erneuerbaren, ein neues Strommarktdesign, mehr Dezentralität im Sinne einer „Energiewende als Mitmachprojekt“, sowie die Wärmewende und die Verkehrswende.

Ein wesentlicher Punkt sei anzuerkennen, dass der Stromverbrauch in Deutschland bis 2030 um rund 30 Prozent steigen werde, sagte BEE-Präsidentin Simone Peter. Das erfordere einen entsprechend deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der BEE geht für das Jahr 2030 von einem Stromverbrauch in Deutschland von 745 Terawattstunden aus. Davon sollten und könnten 575 Terawattstunden, also 77 Prozent, aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Das zu schaffen sei keine Frage der Technologie, sondern alleine der Politik, sagte Peter. Der Mehrverbrauch ergebe sich künftig durch 13 Millionen Elektroautos und sieben Millionen Wärmepumpen.

Leitinstrument CO2-Preis

Damit diese Entwicklung möglich werde, brauche man jedoch einen Strommarkt, der auf die erneuerbaren Energien ausgelegt ist, mitsamt einem Marktdesign, das mehr Anreize generiert für Anbieter von Flexibilitäten, sowohl auf der Erzeugungs-, wie auf der Verbrauchsseite. Für Lastverschiebungen und Speicherleistungen müsse es daher höhere finanzielle Anreize geben.

Ein „Leitinstrument der Klimapolitik“ müsse die stärkere Bepreisung von CO2-Emissionen sein, betonte Veronika Grimm, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zumal der CO2-Preis einen großen Vorteil habe: „Er löst ein Koordinationsproblem.“ Man müsse im Zuge der Energiewende an so vielen Stellen handeln, dass es sich anbiete, dem Markt Signale zu geben, unter denen sich die Wirtschaft dann selbst in Richtung CO2-ärmerer Technologien und Abläufe orientiert. Da es nicht darum gehe, dem Staat neue Einnahmen zu generieren, müssten die Gelder aber auf irgendeinem Weg wieder an die Bürger zurückgegeben werden.

 

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