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Umweltschutz

Ökobewusstsein gehört zum guten Leben

Rebecca Raspe – energiezukunft.eu / Astrid Dähn, 31.03.15
Umweltschutz und Wirtschaftskraft widersprechen sich nicht. Im Gegenteil, sagen immer mehr Deutsche: Den sorgsamen Umgang mit der Natur und dem Klimasystem betrachten sie als Grundlage für Wohlstandssicherung, Ausbau von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit.

Das belegt eine neue Studie zum Umweltbewusstsein, die Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (Uba) gestern (30.3.) vorgestellt haben. An der Online-Untersuchung nahmen 2117 Personen teil. Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) gaben an, dass sie den Schutz von Umwelt und Klima für eine notwendige  Bedingung halten, um Zukunftsaufgaben wie die Globalisierung zu bewältigen. 2012 waren nur 40 Prozent dieser Ansicht. Knapp die Hälfte aller Studienteilnehmer hält Umwelt- und Klimaschutz zudem für eine grundlegende Voraussetzung, um den Wohlstand zu sichern (56 Prozent), die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten (48 Prozent) und Arbeitsplätze zu schaffen (46 Prozent). „Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen. Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen“, kommentierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks das Ergebnis.

Die Studie zeigt ein hohes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Fast neun von zehn Befragten meinen, dass wir in Deutschland durch unsere Lebensweise auch für Umweltprobleme in anderen Ländern verantwortlich sind. Und fast drei Viertel sind beunruhigt, wenn sie darüber nachdenken, in welchen Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkelkinder wahrscheinlich leben müssen. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ist dieser Anteil mit 85 Prozent noch deutlich höher.

Trend zum umweltfreundlichen Einkauf

Auch beim Konsum herrscht in einigen Bereichen ein hohes Umweltbewusstsein: So gibt knapp die Hälfte der Befragten an, beim Kauf von Haushaltsgeräten und Leuchtmitteln immer zu energieeffizienten Alternativen zu greifen. Ein weiteres Viertel tut dies sehr häufig. Das zeigt: Das Engagement für klimafreundliche, energieeffiziente und haltbare Geräte im Rahmen der europäischen Ökodesign-Richtlinie entspricht dem Wunsch der Verbraucher.

„Die Nachfrage nach grünen Produkten ist groß, der Wille zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen weit verbreitet. 43 Prozent der Befragten etwa kaufen häufig umweltschonende Reinigungsmittel, 39 Prozent haben schon einmal Ökostrom bezogen und rund ein Fünftel setzt beim Einkauf häufig auf Bio-Lebensmittel“, resümierte Uba-Präsidentin Maria Krautzberger. Das Interesse an Öko-Produkten sei aber unterschiedlich ausgeprägt; Öko-Textilien etwa kauften derzeit nur zehn Prozent der Befragten häufig. „Bei umweltfreundlich hergestellter Kleidung stimmt schlicht das Angebot der Hersteller noch nicht.“

Neue Verkehrskonzepte gefragt

82 Prozent der Studienteilnehmer sind dafür, Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Unter jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) ist die Zustimmungsrate für diese Umgestaltung mit 92 Prozent sogar noch höher. Auch neue Mobilitätskonzepte in den Städten finden  breite Zustimmung. Und es steigt die Bereitschaft, auf alternative Angebote wie Carsharing zuzugreifen. Ein geteiltes Auto kann fünf herkömmliche Fahrzeuge ersetzen. Carsharing hat daher das Potenzial, einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu leisten.

Weniger Autos auf den Straßen hätten noch einen weiteren Vorteil: Die Lärmbelastung würde sich verringern, vor allem in Städten. Der Studie zufolge geht von der allgegenwärtigen Geräuschkulisse eine ernsthafte Gesundheitsgefahr aus. „Zwei Drittel der Befragten fühlen sich von Lärm mittelmäßig oder etwas gestört. Jede oder jeder Zehnte meint gar, Lärm belästige sie oder ihn stark oder äußerst stark. Wir wissen seit Langem, dass Lärm nicht nur nervt, sondern Ausmaße erreicht, die krank machen können“, sagte Krautzberger. Am meisten belastet die Menschen der Lärm auf den Straßen; wie schon 2012 gaben auch in der aktuellen Studie 54 Prozent der Befragten an, sich davon zumindest „etwas belästigt“ zu fühlen.

Dennoch ist Umweltschutz laut der Umfrage derzeit nur für 19 Prozent der Befragten das wichtigste Aufgabenfeld der Politik. Ganz oben auf der politischen Agenda stehen für die meisten Deutschen Themen wie soziale Sicherheit, Wirtschafts- und Rentenpolitik.  

Rebecca Raspe – energiezukunft.eu / Astrid Dähn

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