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Netzausbau

Forschungsinitiative für Stromnetze

Rebecca Raspe – energiezukunft.eu, 11.08.14
Ein großer Teil der Stromnetze in Deutschland ist alt und vielerorts erneuerungsbedürftig. Hinzu kommt, dass die Netze für die zunehmende Einspeisung aus fluktuierenden Energiequellen nur bedingt geeignet sind. Abhilfe soll nun die Forschungsinitiative „Zukunftsfähiges Stromnetz“ schaffen.

Optimierte Übertragungs- und Verteiltechniken, intelligente Stromnetze, neue Konzepte zur Netzplanung und Betriebsführung sowie ein innovatives Lastmanagement – Bestandteile moderner Stromsysteme, die für die Übertragung regenerativer Energie konzipiert sind. Viele dieser notwendigen Technologien sind noch in der Entwicklung und müssen erst ihre Einsatzreife erreichen. An diesem Punkt setzt die Forschungsinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ an, deren erste Projekte im August gestartet sind und die zum Ziel hat, einen Innovationsprozess in Gang zu setzen, der die gesamte Wertschöpfungskette umfasst.

Die gemeinsame Initiative der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie Bildung und Forschung erfolgt im Rahmen des sechsten Energieforschungsprogramms der Bundesregierung und verfügt über ein Fördervolumen von rund 150 Millionen Euro. Im Fokus des Programms steht die Erforschung und Erprobung von Materialien, Konzepten und Technologien, die für ein modernes Stromnetz benötigt werden, das zu jeder Zeit die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch hält.

In einem dezentralen Energiesystem liegen Verbrauchs- und Herstellungsort von Energie idealerweise nahe beieinander. Ist dies jedoch nicht der Fall, etwa weil an der Küste viele Windparks gebaut werden, in Süddeutschland jedoch kaum Windräder vorhanden sind und zudem viel Strom verbraucht wird, muss die elektrische Energie über weite Strecken transportiert werden. Der Einsatz neuer Übertragungstechnologien wie die Hochspannungsgleichstromübertragung könnte hierfür hilfreich sein.

Bis Ende März dieses Jahres hatten interessierte Unternehmen, Hochschulinstitute und Forschungseinrichtungen Gelegenheit, ihre Projektskizzen beim Projektträger Jülich, einem Teilbereich des Forschungszentrums Jülich, einzureichen. Laut aktuellem Bundesbericht Energieforschung 2014 (Stand: Juli 2014) stieß die Ausschreibung auf reges Interesse bei Industrie Forschung: Insgesamt wurden 171 Projektskizzen eingereicht, etwa 400 Unternehmen beteiligten sich an den geplanten Forschungsverbünden, davon 160 kleine und mittlere Unternehmen. Zudem sind 300 Hochschulinstitute und Forschungseinrichtungen in die Projekte eingebunden.

Ein Großteil der eingereichten Projektvorschläge befasst sich mit den Themen intelligente Verteilnetze, Übertragungsnetze sowie Netzregelungsverfahren und Systemdienstleistungen. Allein in diesem Bereich sind bereits 55 Vorschläge mit einem Fördervolumen von rund 105 Millionen Euro von den beiden Ministerien ausgewählt worden. Ab Ende 2014 wollen sie auf einem Online-Portal von den Projekten berichten.

 

Rebecca Raspe – energiezukunft.eu

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