Studien von Joachim Nitsch

Das kostet der Ausbau der Erneuerbaren

Joachim Nitsch, 16.08.13
Wie groß ist der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Energiewende, wie und wann erreichen wir 100 Prozent Erneuerbare? Das sind die Kernfragen der beiden Kurzstudien „Was kostet der Ausbau erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung tatsächlich?“ und „Szenario 2013 – eine Weiterentwicklung des Leitszenarios 2011“, die Joachim Nitsch exklusiv in neue energie erstmals der Öffentlichkeit vorstellt.

Studie: „Was kostet der Ausbau erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung tatsächlich?
Von zusätzlichen Kosten der Energiewende kann nur gesprochen werden, wenn der heutige Zustand des Energiesystems als Maßstab für zukünftig aufzubringende Vorleistungen betrachtet wird.

Eine Energiewende, die einen effektiven Klimaschutz zum Ziel hat, muss jedoch bestrebt sein, das Marktdesign des Energiemarkts so zu verändern, dass sich die Preissignale an den Kosten derjenigen Technologien ausrichten, die in der Lage sind, Energie emissionsfrei und ohne wesentliche Inanspruchnahme fossiler Ressourcen bereitzustellen.

Der daraus ableitbare gesamtwirtschaftliche Nutzen der Energiewende ist erheblich. Er wird hier am Beispiel der Differenzkosten des Zubaus erneuerbarer Energien im Stromsektor erläutert. Ein konsequenter weiterer EE-Zubau in Kombination mit einem effektiven Strommarktdesign führt zu einem gesamtwirtschaftlichen Nutzen von rund 460 Mrd. € im Jahr 2050.

 

Studie: „Szenario 2013 – eine Weiterentwicklung des Leitszenarios 2011
Das „Szenario 2013“ baut auf den Leitszenarien auf, die in den letzten Jahren für das BMU entwickelt wurden [Nitsch u.a., 2012]. Es berücksichtigt die neuesten Tendenzen und Diskussionen zum Fortgang der Energiewende und zur Zukunft der Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien (EE).

Das Szenario erfüllt das im Energiekonzept der Bundesregierung niedergelegte Ziel einer sehr weitgehenden Treibhausgasminderung (80% - 95%) bis 2050, wobei es sich am oberen Wert des Minderungsziels orientiert. Bis 2060 werden im Szenario 2013 die Treibhausgasemissionen um knapp 95% gegenüber 1990 reduziert. Dies wird erreicht durch eine umfassende Mobilisierung von Effizienzpotenzialen bei der Energie-bereitstellung und –nutzung und dem Ausbau aller relevanten und sinnvoll einsetzbaren EE-Technologien im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor.

Beide Teilstrategien sind hinsichtlich ihrer Treibhausgasminderungspotenziale etwa gleichbedeutend. Das ehrgeizige Minderungsziel verlangt im Energiebereich eine praktisch 100%-ige Versorgung mit EE in allen Verbrauchssektoren.

Kommentare (2)

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  • 15.05.13 - 21:28, Pfeiffer

    Offensichtlich wird in allen gesetzlichen Vorschriften und wissenschaftlichen Untersuchungen die Bedeutung der dezentralen Energiegewinnung unterdrückt.Tausende kleine Windanlagen könnten so zum Beispiel die Abschaltung von den AKW bewirken.Versuchen Sie mal eine Baugenehmigung zu bekommen oder einen Minister zu einer Stellungnahme dazu,zu befragen.
    Die Bereitstellung von Forschungsmitteln zur Nutzung von Freier Energie oder Kalter Fusion ist unbekannt.Die Aufgabe bis 2020 wird so,wie sie zur Zeit läuft,scheitern.Sofort müssten dazu Institutionen gebildet und mit Fachleuten bestückt werden.Aber das verspricht ja keine Rendite!Keine Aufsichtsratposten und keine direkten Gewinne!
    Ein Umdenken im Sinne einer volkswirtschaftlichen Denkweise und nicht nur w.o.gesagt,wäre nötig.

  • 17.05.13 - 11:15, Math Geurts

    "ohne wesentliche Inanspruchnahme fossiler Ressourcen"

    Warum soll dass ein Ziel sein?

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