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Regierungsgutachten

Abstandsregel führt zu weniger Windstrom

Foto: picture alliance/ imageBROKER/ Werner Lang

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Errichtung einer Windkraftanlage im Windpark Glinzendorf.

Margit Hildebrandt, 06.11.19
Die Bundesregierung plant, für Windräder bundesweite Mindestabstände einzuführen. Laut einer Studie aus dem Wirtschaftsministerium wird damit der Ausbau erschwert – bis hin zu einer Reduzierung der Gesamtleistung in Deutschland.

Der im Klimapaket vorgesehene Mindestabstand für Windräder von 1000 Metern zu Wohnsiedlungen würde die für die Technologie verfügbaren Flächen deutlich reduzieren. Das zeigt laut einem ZDF-Bericht ein Gutachten aus dem Bundeswirtschaftsministerium, das bislang nicht veröffentlicht wurde. Erstellt wurde es von der Beratungsfirma Navigant und dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik. Sollte der Abstand auch zu Siedlungen außerhalb von Dörfern und Städten gelten, würden sich demnach die verfügbaren Flächen um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Wie das ZDF berichtet, wären die Folgen besonders drastisch, wenn der Mindestabstand auch für das Repowering gelten solle. Dann dürften alte Anlagen in einer Entfernung von unter einem Kilometer nicht durch neue ersetzt werden. So würde sich die Gesamtleistung, die theoretisch in Deutschland installiert werden könnte, auf rund 49 Gigawatt reduzieren. Derzeit sind etwa 59 Gigawatt an Land gebaut. So würde sich durch die Abstandsvorgaben der durch Windenergie produzierte Strom in Deutschland womöglich sogar verringern.

Damit bekräftigt das Gutachten ein Positionspapier des Umweltbundesamts vom März dieses Jahres, laut dem pauschale Abstandsvorgaben das deutschlandweit verfügbare Leistungspotenzial von etwa 80 Gigawatt auf 40 bis 60 Gigawatt sinken lassen würden. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) warnte, dass die Bundesregierung auf eine Ökostromlücke zusteuere.

Auch Oliver Krischer und Julia Verlinden aus der Bundestagsfraktion der Grünen kommentierten das Gutachten. Die Regierung wolle „den Ausbau der Windenergie in Deutschland stoppen.“ Die Pläne der Regierungskoalition seien das Gegenteil von deren „Sonntagsreden“ zu Klimaschutz und Erneuerbaren-Ausbau.

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