USA

Trump wirkt

Tim Altegör, 04.04.18
…zumindest was die Meinungen der US-Bevölkerung zum Klimawandel angeht: Die Kluft zwischen Republikanern und Demokraten ist bei diesem Thema im letzten Jahr deutlich gewachsen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Donald Trump spaltet die USA und die Welt – das gilt auch beim Klimawandel. Der US-Präsident hat ihn mehrfach infrage gestellt, als chinesischen Betrug diffamiert, mit Scott Pruitt einen Leugner der menschengemachten Erderwärmung zum Chef der obersten Umweltbehörde ernannt, und sein Land aus dem internationalen Klimaabkommen von Paris zurückgezogen.

An der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten geht das alles offenbar nicht spurlos vorbei. Eine Umfrage des renommierten Gallup-Instituts zeigt: Innerhalb des letzten Jahres hat sich die traditionelle Spaltung zwischen Anhängern der beiden großen Parteien bei diesem Thema deutlich verschärft. Dachte 2017 noch eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Republikaner, für die Trump als Präsident kandidierte, dass „die meisten Wissenschaftler glauben, dass es eine Erderwärmung gibt“, sind nun nur noch 42 Prozent dieser Meinung. Unter Demokraten blieb der Wert unverändert bei 86 Prozent.

Skepsis wächst auch bei Wechselwählern

Von ihnen glauben auch nur noch vier Prozent (2017: Zehn Prozent), dass die Folgen der globalen Erwärmung übertrieben dargestellt werden. Unter Republikanern dagegen stieg der Anteil, der hier zustimmte, um drei auf 69 Prozent. Zudem glauben nur 34 Prozent (minus sechs Prozent) ihrer Anhänger, dass die Erderwärmung bereits stattfindet und lediglich 35 Prozent (minus fünf Prozent), dass dafür die Menschheit verantwortlich ist. Bei den Demokraten sind es 82, beziehungsweise 89 Prozent, Tendenz steigend.

Allerdings liest sich aus den Zahlen nicht nur eine parteipolitische Radikalisierung ab. Auch bei den sogenannten „Independents“, Wechselwählern, die sich keiner Partei zuordnen, hat die Skepsis gegenüber den Erkenntnissen der Klimaforschung in allen Fragen zugenommen – wenn auch auf einem völlig anderen Niveau. So glauben zum Beispiel 65 Prozent an einen weitgehenden wissenschaftlichen Konsens bei dem Thema, ein Jahr zuvor waren es allerdings 71 Prozent.

In der Gesamtbevölkerung der USA überwiegen mit rund zwei Dritteln damit weiterhin diejenigen, die grundsätzlich an den vom Menschen verursachten Klimawandel glauben. Die Werte sind fast durchgehend leicht zurückgegangen, lagen vor 2016 aber auch schon einmal deutlich niedriger. Weiter gestiegen ist aktuell nur der Anteil derer, die eine ernsthafte Bedrohung durch die Erderwärmung noch innerhalb ihrer Lebenszeit erwarten. Davon gehen mittlerweile 45 Prozent der US-Amerikaner aus.

 

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