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Gastbeitrag

Die unaufhaltsame Dynamik sauberer Energie

Barack Obama, 02.02.17
Seit dem 20. Januar ist Donald Trump neuer US-Präsident, Barack Obama hat das Weiße Haus verlassen. Bevor Obama die Koffer packte, hat er seinem Nachfolger aber noch ein paar deutliche Worte zum Klimaschutz mit auf den Weg gegeben. In seinem folgenden Beitrag, der zuerst im US-Magazin Science erschienen ist, beschreibt Obama, warum er einen Wandel im Energiesektor für unvermeidbar hält.

„Die Freisetzung von Kohlendioxid und weiteren Treibhausgasen (THG) durch menschliche Aktivitäten lässt weltweit die Temperaturen ansteigen, bringt das Wetter durcheinander und führt zur Übersäuerung der Weltmeere. Wenn nichts geschieht, könnte der fortgesetzte Anstieg an THG-Emissionen bis zum Jahr 2100 einen weltweiten Temperaturanstieg um weitere vier Grad Celsius oder mehr auslösen, wobei der Anstieg in vielen zentralkontinentalen Regionen und im hohen Norden noch 1,5- bis zweimal höher ausfiele.

Obwohl wir die Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels zunehmend und beunruhigend klar vor Augen haben, gibt es weiterhin Diskussionen über den richtigen Kurs der US-Politik, gut zu beobachten in der aktuellen Übergangsphase im Präsidentenamt. Einmal abgesehen von kurzfristiger Politik bin ich aber angesichts zunehmender wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Anzeichen zuversichtlich, dass die in meiner Amtszeit eingeleitete Entwicklung in Richtung einer klimafreundlichen Wirtschaft weitergeht und die damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen für unser Land sogar noch zunehmen.

In diesem Beitrag1 möchte ich die vier Gründe aufzeigen, aus denen ich glaube, dass der Trend zu sauberen Energien nicht mehr aufzuhalten ist.

Wachsende Volkswirtschaften, schrumpfende Emissionen

Die Vereinigten Staaten machen gerade vor, dass die Minderung von Treibhausgasen nicht im Widerspruch zu wirtschaftlichem Wachstum stehen muss. Stattdessen kann sie Effizienz, Produktivität und Innovation voranbringen. Seit 2008 durchleben die USA die erste dokumentierte, anhaltende Phase rascher Emissionsreduktionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum. Insbesondere die CO2-Emissionen im Energiesektor sind von 2008 bis 2015 um 9,5 Prozent gesunken, während die Wirtschaft um mehr als zehn Prozent gewachsen ist.

Im selben Zeitraum sind der Energieverbrauch pro Dollar des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um fast elf Prozent, die Menge an CO2-Emissionen pro Einheit verbrauchter Energie um acht Prozent und die CO2-Emissionen pro Dollar des BIP um 18 Prozent gefallen. Die Bedeutung dieser Entwicklung lässt sich nicht kleinreden. Die gezeigte „Entkopplung“ von Emissionen des Energiesektors und Wirtschaftswachstum sollte das Argument widerlegen, der Preis für den Kampf gegen den Klimawandel sei geringeres Wachstum oder ein niedrigerer Lebensstandard.

Auch wenn diese Entkopplung in den Vereinigten Staaten am stärksten ausgeprägt ist, gibt es weltweit immer mehr Nachweise, dass Volkswirtschaften wachsen können, während die Emissionen es nicht tun. Die vorläufige Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) zu den energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2015 zeigt, dass die Emissionen gegenüber dem Vorjahr gleich blieben, während die Weltwirtschaft wuchs. Die IEA bemerkte dazu: „In den vergangenen 40 Jahren gab es nur vier Zeiträume, in denen die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr gleich blieben oder sanken, und davon waren drei verbunden mit weltweiter Wirtschaftsschwäche – die frühen 1980er, 1992 und 2009. Im Gegensatz dazu fällt der derzeitige Stillstand beim Emissionsanstieg mit einer Phase wirtschaftlichen Wachstums zusammen.“


„Die Minderung von Treibhausgasen muss nicht im Widerspruch zu wirtschaftlichem Wachstum stehen.“


Gleichzeitig häufen sich Hinweise, dass alle Wirtschaftsstrategien, welche die CO2-Verschmutzung ignorieren, enorme Kosten für die Weltwirtschaft verursachen und langfristig weniger Arbeitsplätze und geringeres Wirtschaftswachstum nach sich ziehen. Schätzungen der wirtschaftlichen Schäden einer Erderwärmung um vier Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau reichen von jährlich einem bis zu fünf Prozent des weltweiten BIP bis zum Jahr 2100. Eine der meistzitierten wirtschaftlichen Modellrechnungen setzt die geschätzten jährlichen Schäden einer Erwärmung um vier Grad bei rund vier Prozent des weltweiten BIP an, was für die Staatseinnahmen der USA jährliche Verluste von rund 340 bis 690 Milliarden Dollar bedeuten würde.

Und diese Schätzungen umfassen noch nicht einmal die Möglichkeit katastrophaler Ereignisse durch den Anstieg von THG, wie ein beschleunigtes Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis, drastische Änderungen der Meeresströmungen oder erhebliche Freisetzungen von THG aus ehemaligen Permafrostböden und Sedimenten, welche die Erwärmung rapide beschleunigen. Zudem beinhalten solche Schätzungen zwar wirtschaftliche Schäden, nicht aber die entscheidende Frage, ob die zugrunde liegende wirtschaftliche Wachstumsrate (also nicht einfach nur die Höhe des BIP) durch den Klimawandel beeinflusst wird; es kann also sein, dass diese Studien den potenziellen Schaden für die weltweite Makroökonomie stark unterschätzen.

Im Ergebnis wird immer deutlicher, dass, ungeachtet der innewohnenden Ungewissheit bei der Vorhersage zukünftiger Klima- und Wetterbedingungen, die nötigen Investitionen zur Minderung von Emissionen – und zur Stärkung der Widerstandskraft und Vorbereitung auf nicht mehr vermeidbare Klimaveränderungen – immer noch gering sein werden, verglichen mit dem Nutzen vermiedener Schäden durch den Klimawandel. Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren Staaten, Regionen und Unternehmen weiterhin diese so wichtigen Investitionen tätigen müssen, und sie müssen vernünftige Schritte unternehmen, um die Klimarisiken für Steuerzahler, Hausbesitzer, Anteilseigner und Verbraucher offenzulegen. Weltweit tätige Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen gehen diese Schritte bereits; ihre Analysemodelle zeigen wachsende Klimarisiken.

Emissionsminderungen in der Privatwirtschaft

Abgesehen von makroökonomischen Argumenten gelangen immer mehr Unternehmen zu dem Schluss, dass Emissionen zu reduzieren nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch den Gewinn steigern, Verbraucherkosten senken und Dividenden für Aktionäre bringen kann. Das beste Beispiel ist vielleicht die Energieeffizienz. Der Staat hat eine Rolle dabei gespielt, derartige Investitionen und Innovationen zu unterstützen: Meine Regierung hat erstens Standards beim Kraftstoffverbrauch eingeführt, die einen Nettonutzen ergeben und darauf abzielen, über die Lebensdauer neuer, zwischen 2012 und 2029 verkaufter Fahrzeuge über acht Milliarden Tonnen CO2-Emissionen einzusparen, und zweitens 44 Gerätenormen und neue Bauvorschriften verabschiedet, die bis 2030 2,4 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen vermeiden und 550 Milliarden Dollar für Verbraucher einsparen sollen.

Letztendlich jedoch werden diese Investitionen von Firmen getätigt, die beschließen, Energieverschwendung einzudämmen, um Geld zu sparen, das dann für andere Geschäftsbereiche frei wird. Zum Beispiel hat Alcoa2 sich zum Ziel gesetzt, seine THG-Intensität bis 2020 um 30 Prozent gegenüber dem Wert von 2005 zu senken, und General Motors will im selben Zeitraum die Energieintensität seiner Werke um 20 Prozent im Vergleich zum Wert von 2011 verringern. Investitionen wie diese tragen zu einem Phänomen bei, das derzeit in der gesamten Wirtschaft zu beobachten ist: Der Gesamtenergieverbrauch lag 2015 um 2,5 Prozent niedriger als 2008, obwohl die Wirtschaft um zehn Prozent größer war.

Solche Entscheidungen von Unternehmen können Geld sparen, aber auch gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen. Aus einem gerade veröffentlichten Bericht des US-Energieministeriums geht hervor, dass derzeit rund 2,2 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner im Bereich Entwicklung, Installation und Herstellung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen beschäftigt sind. Dem gegenüber stehen etwa 1,1 Millionen Beschäftigte in der Produktion fossiler Brennstoffe und deren Nutzung zur Stromerzeugung.

Politische Maßnahmen, die Unternehmen weiterhin anregen, durch weniger Energieverschwendung Geld zu sparen, könnten zahlreiche Arbeitsplätze schaffen und basieren auf einer überzeugenderen wirtschaftlichen Logik als eine Fortführung der staatlichen Subventionen von jährlich fast fünf Milliarden Dollar für fossile Brennstoffe. Letzteres ist eine Marktverzerrung, die entweder direkt oder über eine Reform der Unternehmensbesteuerung korrigiert werden sollte.

Marktkräfte im Stromsektor

Der amerikanische Stromsektor, die größte Quelle für THG-Emissionen in unserer Volkswirtschaft, wird zu einem großen Teil durch die Kräfte des Marktes umgebaut. 2008 wurden rund 21 Prozent des Stroms in den USA aus Erdgas erzeugt. Heute sind es rund 33 Prozent, und dieser Anstieg ist nahezu ausschließlich zurückzuführen auf den Wechsel von emissionsintensiver Kohle zu emissionsärmerem Erdgas, möglich gemacht in erster Linie, weil durch neue Förderverfahren mehr kostengünstiges Gas zur Verfügung stand.

Weil Prognosen sagen, dass die Kosten für neue Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Erdgas im Vergleich zur Kohle weiterhin niedrig sein werden, ist es unwahrscheinlich, dass Energieversorger den Kurs ändern und neue Kohlekraftwerke bauen, die teurer wären als Erdgaskraftwerke, unabhängig von jeglichen kurzfristigen Änderungen der Bundespolitik. Zwar sind die Methanemissionen aus der Erdgasförderung Anlass zur Sorge, aber auf lange Sicht bestehen für Unternehmen wirtschaftliche Anreize, emissionsmindernde Maßnahmen gemäß den von meiner Regierung eingeführten Standards umzusetzen, und die Einzelstaaten werden weiterhin wichtige Fortschritte bei diesem Problem erzielen, unabhängig von kurzfristigen bundespolitischen Entscheidungen.


„Die Kräfte des Marktes werden den Einsatz erneuerbarer Energien weiter vorantreiben.“


Die Kosten für erneuerbare Energien sind zudem zwischen 2008 und 2015 drastisch gesunken: Die Stromkosten fielen um 41 Prozent bei der Windenergie, um 54 Prozent bei Aufdach-Photovoltaikanlagen und um 64 Prozent bei Solarkraftwerken. Laut Bloomberg New Energy Finance war 2015 ein Rekordjahr für Investitionen in saubere Energie, diese Energiequellen zogen weltweit doppelt so viel Kapital an wie fossile Brennstoffe. Staatliche Politik – von Investitionen im Rahmen des Recovery Act3 bis zur jüngsten Verlängerung von Steuervergünstigungen – hat dabei eine große Rolle gespielt, aber die technologische Entwicklung geht weiter, und die Kräfte des Marktes werden den Einsatz erneuerbarer Energien weiter vorantreiben.

Die Stromgestehungskosten für erneuerbare Quellen wie Wind und Sonne liegen in einigen Teilen der Vereinigten Staaten bereits niedriger als für zusätzliche Kapazitäten aus Kohle, und zwar ohne die Subventionen für erneuerbare Energien einzurechnen. Das ist der Grund, warum amerikanische Unternehmen den Schritt hin zu erneuerbaren Energien machen. Google zum Beispiel hat vergangenen Monat angekündigt, 2017 seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken – größtenteils durch den Direktkauf von erneuerbarer Energie über groß angelegte, langfristige Verträge. Walmart, die landesweit größte Supermarktkette, hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren 100 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken.

Und über die gesamte Volkswirtschaft hinweg gibt es bei Solar- und Windunternehmen mehr als 360.000 Arbeitsplätze für amerikanische Beschäftigte, gegenüber rund 160.000 Beschäftigten bei der Stromerzeugung aus Kohle und verbundenen Branchen. Über die Marktkräfte hinaus wird auch die Politik der Bundesstaaten die Dynamik sauberer Energie weiter in Schwung halten. Staaten, die zusammen 40 Prozent der US-Bevölkerung ausmachen, bringen ihre „Pläne für saubere Energie“4 weiter voran, und auch außerhalb dieser Staaten ist sie im Aufwind. Beispielsweise machte im Jahr 2015 allein die Windenergie zwölf Prozent der Stromerzeugung von Texas aus, zu bestimmten Zeiten im Jahresverlauf lag die Zahl sogar bei mehr als 40 Prozent. In Iowa lieferte Windenergie 2015 ganze 32 Prozent der Stromproduktion, gegen über acht Prozent im Jahr 2008 (ein höherer Anteil als in allen anderen Staaten).

Globale Dynamik

Außerhalb der Vereinigten Staaten gehen Staaten und Unternehmen voran und streben nach Vorteilen für das eigene Land, indem sie beim Rennen um saubere Energie möglichst weit vorne sind. Das war nicht immer so. Noch vor kurzer Zeit glaubten viele, dass nur eine kleine Anzahl hoch entwickelter Volkswirtschaften für die Verringerung von Treibhausgasen und den Kampf gegen den Klimawandel verantwortlich sein müsste. In Paris jedoch kam die Staatengemeinschaft überein, dass alle Länder zunehmend ehrgeizige klimapolitische Ziele vorantreiben und einheitliche Vorgaben zu Transparenz und Verantwortlichkeit erfüllen sollten.

Das war ein grundlegender diplomatischer Umbruch, der sich jetzt schon erheblich ausgezahlt hat. Das Paris-Abkommen ist vor weniger als einem Jahr in Kraft getreten, und beim Nachfolgegipfel in Marrakesch letzten Herbst äußerten die Länder einhellig, dass angesichts des Beitritts von bereits mehr als 110 Staaten zum Übereinkommen, die zusammen über 75 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen, der Schwung bei den Klimaschutzmaßnahmen „nicht mehr aufzuhalten“ sei.

Über Jahrzehnte hinweg wird noch viel zu tun sein, um das in Paris gesteckte Ziel zu erreichen. Auswertungen der einzelnen Länderbeiträge zeigen aber, dass bei Einhaltung der jeweiligen mittelfristigen Werte und ehrgeizigeren Zielvorgaben für die kommenden Jahre – gekoppelt mit mehr Investitionen in saubere Energietechnologien – die Wahrscheinlichkeit um 50 Prozent steigen kann, dass die internationale Gemeinschaft es schafft, die Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.


„Es zeugt einfach von guter Geschäftspraxis und Wirtschaftspolitik, sich an die Spitze einer technologischen Revolution zu stellen.“


Träten die Vereinigten Staaten von Paris zurück, würden sie damit jede Grundlage verlieren, andere Länder an ihre Verpflichtungen zu ermahnen, Transparenz zu fordern und Ehrgeiz zu bestärken. Das heißt nicht, dass die neue Regierung exakt die gleichen innenpolitischen Maßnahmen verfolgen muss wie in meiner Amtszeit. Es gibt viele Wege und Mechanismen, über die unser Land auf effiziente und wirtschaftliche Weise die Ziele erreichen kann, denen wir uns im Übereinkommen von Paris verpflichtet haben. Das Paris-Abkommen beruht ja gerade auf einer national geprägten Struktur, in der jedes Land seine eigenen Verpflichtungen festsetzt und erneuert.

Unabhängig von der Innenpolitik der USA würde es unsere wirtschaftlichen Interessen untergraben, wenn wir die Chance aufgeben, Länder, die zusammen zwei Drittel der weltweiten Emissionen vertreten – wie China, Indien, Mexiko, Staaten der Europäischen Union und andere – in die Pflicht zu nehmen. Dies sollte kein Thema für Parteipolitik sein. Es zeugt einfach von guter Geschäftspraxis und Wirtschaftspolitik, sich an die Spitze einer technologischen Revolution zu stellen und Markttrends zu bestimmen. Und es zeugt von kluger Planung, langfristige Emissionsreduktionsziele zu setzen und so amerikanischen Firmen, Unternehmern und Investoren Sicherheit zu geben, um in die Herstellung emissionsmindernder Technologien zu investieren, die wir dann in unserem Land nutzen und weltweit exportieren können.

Das ist der Grund, weshalb hunderte großer Unternehmen – darunter Firmen aus dem Energiesektor, von ExxonMobil und Shell über DuPont, Rio Tinto, Berkshire Hathaway Energy, Calpine bis zur Pacific Gas und Electric Company – den Paris-Prozess unterstützt haben, und weshalb führende Investoren eine Milliarde Dollar an langfristigem privatem Kapital bereitgestellt haben, um Durchbrüche bei sauberer Energie zu finanzieren, mit denen sogar noch ehrgeizigere Klimaziele möglich sein könnten.

Ergebnis

Untermauert durch eine Fülle wissenschaftlicher Nachweise wissen wir seit langem, dass bei der Eindämmung des Klimawandels tatsächlich die Zeit drängt und das Problem nicht ignoriert werden kann. Dazu haben wir in den vergangenen Jahren gesehen, dass die wirtschaftlichen Argumente zu handeln – und gegen Untätigkeit – ebenso offenkundig sind, dass saubere Energie immer wirtschaftlicher wird und der Trend zu einer umweltfreundlicheren Stromversorgung weitergeführt werden kann, unabhängig von kurzfristigen bundespolitischen Maßnahmen.

Trotz der aktuell herrschenden politischen Unsicherheit bin ich weiterhin überzeugt, dass kein Land besser aufgestellt ist, die Herausforderung des Klimawandels anzugehen und die wirtschaftlichen Vorteile einer kohlenstoffarmen Zukunft zu nutzen als die Vereinigten Staaten, und dass die fortgesetzte Beteiligung am Paris-Prozess große Vorteile für das amerikanische Volk und die gesamte Weltbevölkerung birgt. Eine kluge US-Politik in den kommenden Jahrzehnten würde den Schwerpunkt unter anderem auf eine Dekarbonisierung des Energiesystems der USA legen, auf CO2-Speicherung und Emissionsreduktion auf unserem Staatsgebiet und auf die Verringerung der Nicht-CO2-Emissionen.

Selbstverständlich ist einer der großen Vorzüge unseres Regierungssystems, dass jeder Präsident und jede Präsidentin seine oder ihre eigene politische Linie gestalten kann. Und auch Donald Trump wird dazu Gelegenheit haben. Die jüngsten wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erkenntnisse können als nützliche Richtschnur dienen, was die Zukunft bringen mag, in vielen Fällen unabhängig von kurzfristigen politischen Entscheidungen, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel und den Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft geht.“

1 Dieser Text ist zuerst im US-Magazin Science in der Rubrik „Policy Forum“ erschienen.
2 US-Aluminiumproduzent
3 Konjunkturprogramm im Zuge der globalen Finanzkrise
4 Ein „Clean Energy Plan“ definiert die langfristige strategische Entwicklung im Energiesektor.

Bei diesem Text handelt es sich um einen Gastbeitrag, der nicht notwendiger weise die Meinung der Redaktion wiedergibt. Für den Inhalt sind die jeweiligen Autoren verantwortlich.

 

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