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US-Klimabericht

Aufruf zum Kampf gegen den Klimawandel

Nicole Allé – energiezukunft.eu, 07.05.14
Wetterextreme sind in den USA nichts Außergewöhnliches – doch sie häufen sich und die Folgeschäden gehen weit in die Milliarden. Das Weiße Haus ruft in seinem umfassenden Klimabericht deshalb nun offiziell zum Kampf gegen die Erderwärmung auf.

Der neue Klimabericht aus dem Weißen Haus gilt als die bislang umfassendste US-Studie, die zum Thema in den USA erstellt wurde.

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht macht vor allem die Alltagsfolgen für die Amerikaner deutlich: Von der drohenden Zunahme von Wald- und Buschbränden, über gesundheitliche Folgen wie die Ausbreitung von Allergien bis zu wirtschaftlichen Folgekosten für die Infrastruktur. Die Veränderungen sind greifbar: Stürme, Dürre, Hitzewellen und Brände, Hochwasser und Sturmfluten bedrohen Wohngebiete, Industrieanlagen und die Landwirtschaft. Die Sommer werden länger und heißer, parallel gibt es immer mehr Starkregen.

Auf der Internetseite www.globalchange.gov kann sich jeder Amerikaner informieren, wie sich seine Heimatregion nach den Prognosen der Wissenschaftler verändern wird: Wie trocken und wüst es in den Great Plains im Zentrum der USA werden soll, oder dass sich die Bewohner an der Ostküste auf noch weit heftigere Hurrikane einstellen müssen, als es bisher der Fall ist.

Alaska erwärmt sich der Studie zufolge beinahe doppelt so schnell wie der Rest des Landes und könnte noch vor der Mitte des Jahrhunderts im Sommer eisfrei sein. Das Auftauen in arktischen Gefilden werde die Ökosysteme massiv verändern und Schäden an der Infrastruktur verursachen. Der Meeresspiegel könnte bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 1,2 Meter ansteigen, mit schweren Folgen für Küstenstädte.

Es sei nun an der Zeit, dem Klimawandel die Stirn zu bieten und eine nachhaltige Zukunft für die Nachkommen zu schaffen, sagte US-Präsident Barack Obama. Doch im Kongress sitzt eine ganze Reihe vehementer Klimawandel-Skeptiker. Senator James Inhofe aus Oklahoma etwa, der für die Republikaner seit Jahren im Umweltausschuss sitzt, ist Autor eines Buchs über die angebliche „Klimawandel-Verschwörung“, mit der die amerikanische Bevölkerung getäuscht werde.

Obamas Bemühungen im Kampf gegen die Erderwärmung scheiterten bislang am Widerstand im Kongress. Republikaner aber auch Demokraten aus den eigenen Reihen verhinderten 2010 einen nationalen Emissionshandel. In einer Rede im vergangenen Juni kündigte der Präsident Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen an.  Damit soll die Kohlendioxid-Verschmutzung bis zum Jahr 2030 um drei Milliarden Tonnen verringert werden. Das entspricht etwa der Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes des US-Energiesektors. Bei internationalen Klima-Konferenzen haben sich die USA gemeinsam mit China bislang allerdings eher als Bremser hervorgetan.

 

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