Enercon

Windkraft-Pionier Aloys Wobben verstorben

Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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Margit Hildebrandt, 04.08.21
Der Gründer des Windenergieanlagenherstellers Enercon und Stifter Aloys Wobben ist nach langer schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren gestorben.

„Der Vorstand der Aloys-Wobben-Stiftung und die Enercon-Geschäftsführung reagierten mit Betroffenheit auf die Nachricht vom Tod des Gründers und Stifters und bekundeten ihre tiefe Anteilnahme“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stiftung und des Anlagenbauers.

Enercon mit Stammsitz im ostfriesischen Aurich ist einer der größten deutschen Hersteller in der Windkraftindustrie. Aloys Wobben gründete das Unternehmen 1984. Er stammte aus dem Emsland und studierte nach einer Ausbildung zum Elektromaschinenbauer Elektrotechnik an der Fachhochschule Osnabrück.

Wobben entwickelte mit nur wenigen Mitarbeitern die ersten eigenen Windenergieanlagen, in einer Zeit, in der die Branche noch weit entfernt von ihrem heutigen großindustriellen Stand war. Der technologische Durchbruch erfolgte 1992 mit der E-40/500, der ersten getriebelosen Windenergieanlage mit 500 Kilowatt Leistung. Enercon produziert seitdem weiterhin Windenergieanlagen mit getriebeloser Anlagentechnologie, ist mittlerweile der größte deutsche Onshore-Anbieter und hat bislang weltweit mehr als 30.000 Windkraftanlagen gebaut.

Vielfach ausgezeichnet

2012 zog sich Wobben aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Geschäft zurück. Seitdem ist die nach ihm benannte Stiftung alleinige Gesellschafterin von Enercon. Der Firmengründer wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1997 mit dem Bundesverdienstkreuz. Die Universität Kassel verlieh ihm im Jahr 2006 die Ehrendoktorwürde.

Im Jahr 2000 würdigte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Wobbens technologische Entwicklungen mit dem Deutschen Umweltpreis. „Wobben hat den Weg geebnet für eine Welt der erneuerbaren Energien“, erklärte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde zum Tode Wobbens. Die Erfindung der getriebelosen Windenergieanlagen sei „ein Meilenstein für Windkraft und Umweltschutz“ gewesen. Aloys Wobben „war ein Entrepreneur für Umweltschutz, hat Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region geschaffen – und sich zu einer Zeit für erneuerbare Energien eingesetzt, als die Zeichen noch auf Atomkraft standen“, so Bonde.

In ihrer Mitteilung bitten Stiftungsvorstand und Enercon-Geschäftsführung darum, den Wunsch der Angehörigen zu respektieren, im engsten Familienkreis Abschied zu nehmen.

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