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Menschen der Energiewende

Die Strukturierer

Tim Altegör, 04.05.16
An Agora Energiewende führt im energiepolitischen Berlin kaum ein Weg vorbei, gerade wurde die Finanzierung des Thinktanks bis 2022 verlängert. Doch die Vordenker haben nicht nur Freunde.

Mitte Januar in Berlin: Agora Energiewende hat geladen, um den eigenen Kohleausstiegs-Plan vorzustellen. Der Saal ist mit 300 Menschen komplett voll, zudem wird die Veranstaltung live im Internet gezeigt. „Elf Eckpunkte für den Kohlekonsens“ heißt das Papier, das im Kern ein Ende der deutschen Kohleverstromung bis 2040 vorsieht. Diese Forderung ist weder neu noch besonders radikal, eine Studie im Auftrag von Greenpeace setzt wenig später das Jahr 2025 als Ausstiegszeitpunkt an, um die Klimaziele von Paris noch zu erreichen. Doch Agora genießt erhöhte Aufmerksamkeit: Begleitet von intensiver Berichterstattung in den Medien sieht sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel einige Tage danach veranlasst, einen „Masterplan für den Kohleausstieg“ öffentlich zurückzuweisen – mit ausdrücklichem Verweis auf das von Agora genannte Zieljahr 2040. Zugleich kündigt er einen Runden Tisch aller Beteiligten an und greift damit den zweiten zentralen Punkt in deren Papier auf.

Agora Energiewende ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, sich in Berlin als einflussreicher Spieler zu etablieren, der energiepolitische Debatten prägen kann. Gegründet wurde sie 2012 von zwei Stiftungen: Mercator und der European Climate Foundation. Gerade erst Anfang April haben beide verkündet, dass die zunächst bis 2017 finanzierte Agora nach einer rundum positiven Evaluation um weitere fünf Jahre verlängert wird. Sie sieht sich als Thinktank, als Denkfabrik, die Ideen entwickelt, unterschiedliche Positionen zusammenbringt und letztlich bündelt. In einer Selbstbeschreibung heißt es, Agora erarbeite „wissenschaftlich fundierte und politisch umsetzbare Wege, damit die Energiewende gelingt. Wir verstehen uns als Denk- und Politiklabor, in dessen Mittelpunkt der Dialog mit den energiepolitischen Akteuren steht“. Das geschehe „jenseits ideologischer Festlegungen“.

 

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Ausgabe Nr. 07 / 2018

Habemus Kohleausstieg – Eine Kommission soll‘s richten

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