Menschen der Energiewende

Die Energieblogger

Von Jörg-Rainer Zimmermann, 07.03.14
Das Online-Netzwerk Energieblogger.net wächst rasant – seine Mitglieder wollen dabei helfen, möglichst rasch 100 Prozent Erneuerbare in Bürgerhand zu realisieren.

Die Wahrheit über die Energiewende ist nur wenige Klicks entfernt – wenn man die richtigen Internetadressen kennt. Was läuft falsch bei der Strompreisdebatte? Kann es tatsächlich zum großen Stromausfall in Europa kommen? Nur Fakten können helfen, die richtigen Antworten in diesen verzerrt geführten Debatten zu finden.

Das Netzwerk Energieblogger.net mischt sich an dieser Stelle ein, über Xing, Twitter, Google+ und Co. Ein Motto der Online-Publizisten: „Wir haben viele Stimmen und werden nun eine.“

Am 17. Februar 2014 um 12.59 Uhr setzt Kathrin Hoffmann folgenden Tweet – wie Kurznachrichten auf twitter.com heißen – ab: Die Mär von Blackouts und der Kostenexplosion – und wie es wirklich aussieht windwaerts.de/de/blog/detail… #Energiewende #EEG Ihre Botschaft, eine von insgesamt 14 an diesem Tag, kommt nicht reißerisch daher. Aber es wird klar, da will jemand aufklären.

Am Abend haben bereits sechs andere Twitter-Nutzer den Spruch „retweetet“, den Satz also mitsamt seinen Links weiterversendet, eine Person hat den Tweet als Favoriten markiert. Der kleine Text der jungen Autorin – ihr Porträtbild steht gleich neben den mit vielen Sonderzeichen gespickten wenigen Worten – ist relevant. Und Fakten zur Energiewende sind offensichtlich begehrt. Viele Menschen suchen danach, ein Netzwerk kann dabei helfen, dass immer mehr von ihnen fündig werden.

Klickt man auf die knappe Sentenz, gelangt man auf die Homepage von Windwärts, ein längerer Text garniert mit Grafiken informiert dort in unaufgeregtem Ton über Stromgestehungskosten und Erneuerbaren-Tarife. Ohne die Erwähnung auf Twitter dürfte er nur einen Bruchteil seiner tatsächlichen Leser erreichen.

Über Links werden die zudem auf andere Energiewende-Seiten gelenkt – energiezukunft.eu etwa, das News-Portal des Ökostromanbieters Naturstrom. Wie der Windwärts-Blog gehört auch dieses digitale Info-Angebot zu Energieblogger.net, einer ständig wachsenden Online-Plattform. Deren Mitglieder verfügen meist über ein jahrelang aufgebautes Fachwissen, das hilft, die Diskussion zu befeuern.

„Unsere Mitglieder sind oft engagierte Online-Journalisten. Die Blogs unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Manche sind eigenständig, andere sind Teil kleinerer Firmen oder gehören zu größeren Unternehmen wie SMA oder Viessmann. Für unser Netzwerk arbeiten bisher aber alle ehrenamtlich, es gibt auch noch keine Rechtsform als formellen Rahmen.

Die Gründung eines Vereins wäre denkbar, ist aber zunächst nachrangig“, erklärt Energieblogger-Sprecher Kilian Rüfer. Am wichtigsten sei den Netzwerkern die Bündelung von Kompetenzen entlang eines gemeinsamen Handlungsstrangs – dem Streben für eine 100 Prozent erneuerbare Energiewende in Bürgerhand bis spätestens 2050.

„Wir arbeiten daran, dass neben der effizient organisierten Kommunikationsmaschinerie von Großkonzernen auch eine erkennbare Stimme im Interesse des Klimaschutzes und dezentraler Erzeugungsstrukturen wahrgenommen werden kann. So kämpfen wir etwa gegen das lancierte Vorurteil an, dass die Energiewende zu teuer, unkalkulierbar und zu kompliziert sei“, verdeutlicht Rüfer. Die schnelle Verbreitung von Argumenten vor den Augen einer wachsamen Öffentlichkeit kann zu einer besseren Kontrolle solcher Aussagen führen.

Wichtig ist deshalb, dass die Initiative immer mehr aktive Mitglieder findet – und tatsächlich ist das Interesse groß. Im Juni 2013 mit 19 Teilnehmern gestartet, sind derzeit bereits 46 Erneuerbaren-Enthusiasten mit von der Partie. Die gebündelte Reichweite beträgt auf der Plattform www.energieblogger.net derzeit rund 7000 Besucher monatlich.

Dazu kommen die Besucherzahlen der einzelnen Blogs. „Insgesamt lesen so monatlich über 180.000 Interessierte die Artikel der Energieblogger“, sagt Kilian Rüfer. Die Summe aus Twitter, Facebook und Google+ liegt rein rechnerisch mittlerweile bei über 100.000 Interessenten, wobei in dieser Zahl allerdings ein und derselbe Nutzer mehrfach erfasst sein kann.

Die Nachrichten der Energieblogger können entsprechend der Nutzungsmechanik sozialer Medien wiederum in einzelnen Netzwerken der Abonnenten geteilt werden. „Damit werden die Vorteile der gebündelten Wirkungskraft der Internetkommunikation deutlich“, meint Rüfer, der auch darauf verweist, dass kontinuierlich Medienpartnerschaften mit wichtigen Institutionen geschlossen würden. Als Beispiel nennt er das Bonner Marktforschungs- und Analyseunternehmen EuPD Research oder die Berliner Solarpraxis AG.

 

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Kommentare (1)

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  • 26.11.14 - 15:03, Erich Görgens

    100 % erneuerbare Energiewende in Bürgerhand bis spätestens 2050..? Wollt ihr das ohne ohne Wind, ohne Spargel und ohne Rotor? Einfach nur mit dem erprobten Rest der Anlage? Könnt ihr haben, ihr müsst es nur wollen, dann werden die Hersteller Eure Wünsche schon erfüllen!
    Wie das gehen soll? Statt mit Wind über Rotor und Turm, wird der Generator ~ 3m über dem Fundament mit potenzieller Ausgleichsenergie in Gleichgewichtszustände versetzt, sodass bei dauerhaft, gleicher Leistung wie durch Wind und ohne die bisherige Probleme, die notwendige Antriebsenergie (bei Gleichgewichtsverschiebung) nur noch ~2% statt bisher etwa ~102%. Wollt Ihr diese Fakten diskutieren? Bitte ich bin dabei!

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