Anzeige
Interview

„Wir werden ganz anders leben als bisher“

Foto: Roland Horn

Foto: Roland Horn

Interview: Astrid Dähn und Jörg-Rainer Zimmermann, 03.05.18
Ein Gespräch mit Barbara Hendricks über ihre Erfahrungen als Bundesumweltministerin, die Klimapläne der neuen Regierung und den gesellschaftlichen Wandel, der mit einem entschlossenen Kampf gegen die Erderwärmung einhergehen muss.

neue energie: Steigende CO2-Emissionen, keine Einigung im Diesel-Skandal, neue Diskussionen um Kohleausstieg und Verbot des Unkrautvernichters  Glyphosat – wie geht es Ihnen, wenn Sie die Debatten um Kernthemen Ihrer Amtszeit als Umweltministerin neu aufflammen sehen?
Barbara Hendricks: Ja, die Klimaziele für 2020 haben wir verfehlt. Aber der Koalitionsvertrag sagt, dass die Ziele für 2030 so rasch wie möglich umgesetzt werden sollen. Wirklich blinde Flecken haben wir immer noch im Verkehrssektor, und wir haben einen hohen Nachholbedarf im Bereich „Gebäude“, insbesondere im Bestand. Beim Glyphosat haben mich die jüngsten Äußerungen der neuen Landwirtschaftsministerin Klöckner schon erstaunt, um es mal vorsichtig zu sagen. Denn die Koalitionsvereinbarung schreibt eindeutig vor, die Nutzung so schnell als eben möglich grundsätzlich zu beenden – und nicht erst Alternativen zu erforschen.

ne: Wenn Sie Frau Klöckner so reden hören, würden Sie da nicht gerne weiter in der Diskussion mitmischen? Oder fällt es Ihnen leicht, sich zurückzulehnen und zu sagen ‚Lasst die anderen mal machen!‘?
Hendricks: Ich halte mich ganz bewusst heraus. Ich finde das besser so. Auch was meine politische Arbeit als Abgeordnete anbelangt, habe ich mich entschieden, künftig ganz andere Themen zu verfolgen. Ich arbeite jetzt im Auswärtigen Ausschuss, mit Spezialisierung auf auswärtige Kulturpolitik. Ich finde es besser, wenn man seinen Nachfolgern nicht irgendwelche öffentlichen Ratschläge erteilt.

ne: Wollten Sie Ihr Amt abgeben?
Hendricks: Nein, ich hätte durchaus noch weitergemacht, das habe ich auch deutlich gemacht. Ich habe meine Arbeit gerne gemacht. Insbesondere mein Landesverband Nordrhein-Westfalen vertrat aber die Vorstellung, dass Erneuerung auch vom Lebensalter abhängig sei.

Das ausführliche Interview mit Barbara Hendricks ist in der Ausgabe 05/2018 von neue energie erschienen. Einen Auszug finden Sie in der ePaper-Leseprobe der Ausgabe.

 

Kommentare (0)

Kommentar verfassen»

Kommentar verfassen

Anzeige

Advertisement

Anzeige