Anzeige
Interview

„Erneuerbare will be big!“

Interview: Jörg-Rainer Zimmermann, 01.06.16
...sagt Nils de Baar, President Vestas Central Europe. Die Windenergie sieht er global auf einem guten Weg. In seinem Verantwortungsbereich setzt er auf Kontinuität – den deutschen Markt hält er auch künftig für bedeutend.

neue energie: Sie waren fast 20 Jahre lang Manager beim Mobilfunkkonzern Ericsson. Was hat Sie bewogen, zu Vestas zu wechseln?

Nils de Baar: Korrekt, ich habe 19 Jahre für Ericsson gearbeitet. Und ich habe dort interessante Erfahrungen gemacht, mich sehr wohl gefühlt, sonst wäre ich sicher nicht so lange dort gewesen. Nun hat Vestas mit Anders Runevad einen CEO, der ebenfalls bei Ericsson war, sogar 25 Jahre lang. Ich kenne ihn seit 1999, er war eine Zeit lang auch mein Vorgesetzter, von 2010 bis zu seinem Wechsel zu Vestas. Darüber hinaus ist Bert Nordberg ein ehemaliger Ericsson-Manager, den ich sehr gut kenne. Letztes Jahr hat mich Anders Runevad gefragt, ob ich mir nicht überlegen wolle, zu Vestas zu kommen. Ich habe mir das reiflich überlegt. Ausschlaggebend waren am Ende für mich mehrere Faktoren: Ich bin 53 Jahre alt und habe 19 Jahre in der Telekommunikationsbranche verbracht. Die Gelegenheit, die Branche noch einmal zu wechseln, hin zu einem Sektor mit solcher Dynamik und großen Wachstumschancen, ist ziemlich einzigartig. Dann gefiel mir auch, die Ergebnisverantwortung für solch eine große Region zu tragen, etwas, das ich von Ericsson kannte. Darüber hinaus tun sich bei Vestas perspektivisch noch immer sehr große Aufgaben auf. Es wird weiteres Wachstum geben. Ganz klar findet man bei diesem Konzern kein Umfeld mit alten, gewachsenen Strukturen. Es ist noch viel möglich. Das waren meine Gründe für den Wechsel.

neue energie: Diese Perspektive, besonders der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten haben Sie demnach bei Ericsson nicht gesehen?

de Baar: Um da präzise zu sein – ich habe natürlich gewusst, was ich erwarten durfte. Ich kenne die Telekommunikationsbranche sehr gut. Und diese Branche hat einen hohen Reifegrad. Das Wachstum vollzieht sich nicht mehr so schnell. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Das habe ich sehr schnell verstanden. Ich würde sagen, in der Windbranche sehen wir heute eine Situation, die es in der Telekommunikation vor vielleicht 15 Jahren gab. Viele Entwicklungen gehen sehr rasant voran, das macht Spaß.

neue energie: Es macht Spaß. Es kann aber auch riskant sein…

de Baar: …nein…

neue energie: …weil die Erneuerbaren-Branche nicht den gleichen Reifegrad hat…

de Baar: Für ein Risiko halte ich das nicht, wenn man sich die Erneuerbaren-Ziele der Länder rund um den Globus ansieht. Besonders nach dem Pariser Weltklimavertrag, was ich natürlich nicht wissen konnte, als ich die Stelle annahm. Aber es gab ja schon in sehr vielen Märkten klare Zielsetzungen. Egal was geschieht, die Erneuerbaren „will be big“. Das ist sicher.

Kommentare (0)

Kommentar verfassen»

Kommentar verfassen

Anzeige

Advertisement

Anzeige